Wirtschaft

Einlenken im Streit mit den USA China setzt Handelsvereinbarungen sofort um

112798031.jpg

Xi Jinping (links) und Donald Trump (2.v.r.) kamen anlässlich des G20-Gipfels zusammen.

picture alliance/dpa

Seit Monaten schwelt der Handelsstreit zwischen den USA und China. Auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires kommen die Staatschefs Xi und Trump dann zu einer ersten Annäherung. Einen Teil der Vereinbarung will Peking ohne Verzögerung in Angriff nehmen.

China wird die mit den USA auf dem G20-Gipfel vereinbarten Handelserleichterungen "sofort" umsetzen. Dies betreffe landwirtschaftliche Produkte, Energie, Autos und andere Waren, wie ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking ankündigte. Chinas Staatschef Xi Jinping hatte US-Präsident Donald Trump am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires zugesagt, Handelsbarrieren abzubauen, um neue Strafzölle zu vermeiden.

Der chinesische Ministeriumssprecher äußerte sich zudem sehr zuversichtlich, innerhalb der beim G20-Treffen vereinbarten 90-Tage-Frist eine Einigung im Handelskonflikt erreichen zu können. Ziel der Handelsgespräche sei die Abschaffung aller Zölle, sagte er. Man werde weitere Gespräche führen über die Themen Landwirtschaft, Energie, Dienstleistungen und andere Sektoren. Die Verhandlungen würden fair und auf Augenhöhe fortgesetzt.

Zollstreit beendet?

Die Annäherungssignale aus Peking kommen für viele Beobachter überraschend. Wenige Stunden vor der Ankündigung aus dem Handelsministerium war bekannt geworden, dass die Finanzchefin des chinesischen Apple-Wettbewerbers Huawei in Kanada festgenommen worden war. US-Behörden werfen der Topmanagerin Sanktionsverstöße vor. Börsianer werteten den Schritt als neue Belastung für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen.

Wieder was gelernt

Falls Sie wissen möchten, warum China im Handelsstreit mit den USA noch über eine "Nukleare Option" verfügt, diese aber besser nicht einsetzt, hören Sie rein in diese Folge von "Wieder was gelernt", dem Podcast von n-tv.de.

Trump und Xi hatten am Wochenende beim G20-Gipfel in Buenos Aires vereinbart, die ursprünglich für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen auf Eis zu legen und sich um eine Lösung des Handelsstreits zu bemühen. Binnen 90 Tagen wollen sie auf neue Abgaben verzichten und in dieser Zeit über Streitfragen wie den Schutz geistigen Eigentums oder Technologietransfer verhandeln.

Die USA hatten China damit gedroht, Zölle auf Importgüter im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent zu erhöhen. An den Märkten hatte die Aussicht auf eine gütliche Einigung im Zoll- und Handelsstreit der beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte zunächst große Erleichterung ausgelöst. Seitdem warten Beobachter auf konkret greifbare Fortschritte aus den USA und China. Zweifel an Trumps Bereitschaft zum Einlenken hatten den Aktienhandel an den US-Börsen zeitweise erheblich belastet.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/AFP

Mehr zum Thema