Wirtschaft

Milliarden-Investitionen aus Fernost Chinesen lieben deutsche Unternehmen

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Der Augsburger Roboterhersteller Kuka geriet als letztes deutsches Unternehmen ins Visier der Chinesen.

dpa

86 Milliarden Euro investieren chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr in europäische Firmen. Besonders beliebt: Deutschland. Und das Volumen könnte noch deutlich anschwellen.

Deutschland ist das Hauptzielland für chinesische Firmenübernahmen in Europa. Im vergangenen Jahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik ihre Investitionen in Europa von 30,1 auf knapp 86 Milliarden Euro nahezu verdreifacht und sich an 309 Firmen beteiligt oder diese übernommen, wie die Unternehmensberatung EY (Ernst&Young) ermittelt hat. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen.

Mit 68 Übernahmen war Deutschland das beliebteste Investitionsziel für chinesische Firmen vor Großbritannien mit 47 Akquisitionen. Die EY-Berater rechnen trotz zunehmenden Gegenwinds mit weiter steigendem Interesse chinesischer Firmenkäufer.

Die Investitionen aus Fernost sind in den vergangenen Monaten zum heiß diskutierten Thema geworden, weil die chinesische Regierung offiziell das Ziel verfolgt, die technologische Weltführung zu übernehmen. China ist aber keineswegs der größte ausländische Investor in der EU: Das Reich der Mitte liegt bei der Zahl der Firmenübernahmen auf Platz vier hinter den USA, Schweiz und Frankreich. US-Unternehmen waren mit 162 Firmenkäufen nach wie vor mit Abstand die aktivsten Investoren in Deutschland.

Mehr als die Hälfte der 86 Milliarden gaben die Chinesen für ein einziges Unternehmen aus: Der Schweizer Syngenta-Konzern – der Hersteller von Agrarchemie und Saatgut kostete laut EY 44 Milliarden Euro. Größter chinesischer Neuerwerb in Deutschland war der Kauf des Augsburger Roboterherstellers Kuka, der knapp 4,7 Milliarden Euro kostete.

Trend ebbt im Jahresverlauf ab

Gleichzeitig sind die chinesischen Investitionen in Europa im Jahresverlauf etwas zurückgegangen: Im ersten Halbjahr 2016 übernahmen chinesische Käufer 176 europäische Firmen, in der zweiten Jahreshälfte nur noch 133. Die Experten von EY erklären das mit zwei Punkten: die Vorbehalte gegen chinesische Investoren in Europa und den Versuch der chinesischen Regierung, die Kapitalflucht ins Ausland einzudämmen.

Dennoch rechnet die Beratungsfirma mit einem weiter steigenden Interesse chinesischer Firmenkäufer - auch an großen deutschen Unternehmen: "Hierzulande gibt es nach wie vor viele Übernahmeziele für chinesische Unternehmen", sagte der bei EY für den deutschsprachigen Raum zuständige Übernahmeexperte Alexander Kron.

Die Berater vermuten, dass sowohl der EU-Abschied der Briten als auch die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA das chinesische Interesse an Europa noch steigern könnten. Einige chinesische Beteiligungsfirmen hätten ihre Pläne bereits kurzfristig geändert und Investitionsfonds in Europa aufgelegt, sagte die für das Chinageschäft zuständige Beraterin Sun Yi.

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Quelle: n-tv.de, cas/dpa

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