Wirtschaft

Ex-Arbeitgeberpräsident verkauft Chinesen wollen Zulieferer schlucken

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Allgaier aus Baden-Württemberg soll verkauft werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Unternehmen des langjährigen BDA-Chefs Dieter Hundt steht zum Verkauf. Auf den Zuschlag für den Autozulieferer hoffen nun offenbar chinesische Investoren. Im Wirtschaftsministerium scheint man nicht abgeneigt.

Ex-Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt steht kurz vor dem Verkauf seines Familienunternehmens Allgaier an einen chinesischen Investor. Das berichtet das "Handelsblatt". Nach Informationen der Zeitung läuft beim Bundeswirtschaftsministerium ein entsprechendes Investitionsprüfverfahren zu dem Autozulieferer und Prozesstechnikhersteller. Im Ministerium sei man dem Vernehmen nach nicht abgeneigt.

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Dieter Hundt war von 1996 bis 2013 Arbeitgeberpräsident.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch Arbeitnehmerkreise bestätigten demnach, dass es sich bei dem einzig verbliebenen Interessenten um ein chinesisches Unternehmen handelt. Die Chinesen haben laut Unternehmenskreisen bereits in Deutschland investiert, wie es weiter heißt. Allgaier selbst wollte sich nicht dazu äußern.

Als erster familienfremder Manager hatte Hundt 1975 die Geschäftsführung übernommen, wie es auf der Homepage der Baden-Württemberger heißt - bis er 2008 an die Spitze des Aufsichtsrates wechselte. Im Laufe der Zeit stockte er seine Anteile an Allgaier auf, inzwischen gehört der Familie des langjährigen Präsidenten des Arbeitgeberverbands BDA das gesamte Unternehmen.

Dieter-Hundt-Allee in Südchina

Der Zulieferer mit dem Spezialgebiet Karosserie- und Sonderwerkzeugbau mit noch 1700 Beschäftigten habe jedoch seit einigen Jahren erhebliche Probleme, schreibt die Zeitung - die durch Corona verschärft worden seien. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 400 und 500 Millionen Euro drückten Schulden, 2020 machte es Verluste. Seit vier Jahren verzichteten die Beschäftigten auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Bis 2024 läuft dem Bericht zufolge ein Sanierungsplan inklusive massivem Stellenabbau.

Als Arbeitgeberpräsident machte sich Hundt für den Standort Deutschland stark, als Unternehmer pflegte er aber gute Kontakte nach China, wie es weiter heißt. In der südchinesischen Stadt Jieyang wurde sogar eine Straße nach ihm benannt: die Dieter-Hundt-Allee.

Quelle: ntv.de, chl

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