KI boomt, Autosparte springt anChiphersteller Infineon verbucht Rekord-Wachstum

Nie zuvor hat der Dax-Konzern Infineon in einem Quartal mehr eingenommen. In der Folge wird Infineon bei der Prognose für das Geschäftsjahr konkreter.
Eine robuste Nachfrage beschert Infineon einen überraschend deutlichen Wachstumsschub. Der Umsatz sei im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit 4,2 Milliarden Euro so hoch ausgefallen wie noch nie, teilte der Chipkonzern mit. Dies sei ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Segmentergebnis habe sich um fast ein Fünftel auf 797 Millionen Euro und die entsprechende Marge um rund einen Punkt auf 19,1 Prozent verbessert. Mit diesen beiden Kennzahlen blieb das Unternehmen jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück.
Der Gewinn legte ebenfalls kräftig zu: Um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro. "Immer mehr unserer Zielmärkte zeigen einen positiven Trend", sagt Konzernchef Jochen Hanebeck. "Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Darüber hinaus sorgen weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge spürbar an."
Das Autogeschäft ist Infineons größte Sparte, die fast für die Hälfte der Umsätze steht. In der Vergangenheit hatte auch sie die Schwäche der Autoindustrie zu spüren bekommen. Nun weist die Tendenz aber wieder nach oben - wenn auch bei weitem nicht so stark wie im zweitgrößten Geschäftsbereich Power & Sensor Systems, der im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Drittel wuchs. Hier treiben Server und Rechenzentren für KI die Nachfrage.
Auf Basis der aktuellen Ergebnisse präzisierte Infineon den Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/2026. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 16,3 Milliarden Euro. Bislang hatte es ein deutliches Plus prognostiziert. Der bereinigte Free Cash Flow werde voraussichtlich bei 1,85 Milliarden statt 1,65 Milliarden Euro liegen. Bei der Segmentergebnis-Marge rechne es weiterhin mit einem Wert von rund 20 Prozent.