Wirtschaft

Gewinn bricht ein Commerzbank startet schwach ins Jahr

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Ergebnis im Rahmen der Analystenerwartungen.

(Foto: REUTERS)

Ernüchterung bei der Commerzbank: Die Niedrigzinsen und die Flaute an den Kapitalmärkten machen Deutschlands zweitgrößter Bank zu schaffen. Der Gewinn reduziert sich in den ersten drei Monaten des Jahres um gut die Hälfte.

Die Commerzbank hat im ersten Quartal wegen der heftigen Marktschwankungen und der hartnäckig niedrigen Zinsen deutlich weniger verdient. Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Institut vorsichtig.

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Angesicht des verhaltenen ersten Quartals werde es deutlich ambitionierter, das Konzernergebnis des Jahres 2015 zu erreichen, hieß es in der Pressemitteilung der Commerzbank AG. Der ehemalige Vorstandschef Martin Blessing, der sein Amt per Anfang Mai an Martin Zielke abgegeben hat, hatte bereits auf der Hauptversammlung im April diesen vorsichtigen Ton angeschlagen. 2015 hatte Commerzbank einen Gewinn von 1,06 Milliarden Euro erzielt.

Ein Händler sagt zu dem Zahlenwerk der Commerzbank, es sei auf den ersten Blick im Rahmen der Erwartungen. Der zurückhaltende Ausblick sei bereits erwartet worden.

Privatkundengeschäft legt zu, Mittelstandsbank schwächelt

Im ersten Quartal sank der Nettogewinn auf 163 Millionen von 338 Millionen Euro. Analysten hatten mit 156 Millionen Euro etwas weniger erwartet. Der operative Gewinn belief sich auf 273 nach 670 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erträge vor Risikovorsorge gingen auf 2,3 von 2,8 Milliarden Euro zurück.

Im Privatkundengeschäft stieg das operative Ergebnis auf 191 von 157 Millionen Euro. Allerdings profitierte das Segment von einem Sondereffekt in Höhe von 44 Millionen Euro, da der Bank Geld aus einer Sonderdividende der Euro Kartensysteme GmbH zufloss. Die Erträge in dem Geschäftsfeld stiegen dank des guten Kreditgeschäfts - das Volumen legte um 8 Prozent zu - auf 944 von 935 Millionen Euro.

Die Mittelstandsbank verbuchte mit 209 Millionen Euro ein deutlich niedrigeres operatives Ergebnis als im Vorjahr. Damals hat die Bank 364 Millionen Euro verdient. Die Erträge sanken auf 706 von 807 Millionen Euro.

Einen deutlichen Einbruch gab es wegen der schwachen Kapitalmärkte im Segment Corporates & Markets. Die hohe Unsicherheit am Markt habe im ersten Quartal 2016 zu einer geringeren Nachfrage nach Anlageprodukten und damit zu einem Rückgang der Erträge vor Risikovorsorge auf 475 Millionen Euro von 681 Millionen Euro geführt, so die Bank. Der operative Gewinn sackte auf 82 Millionen von 297 Millionen Euro ab.

Verwaltungsaufwand und Risikovorsorge sinken

Die Kosten hielt die Commerzbank im ersten Quartal im Zaum. Der Verwaltungsaufwand sank auf 1,89 Milliarden von 1,96 Milliarden Euro. Für Problemkredite musste die Bank weniger Geld zurücklegen: Die Risikovorsorge ging auf 148 von 158 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten erwartet zurück.

Die Kapitalausstattung ist stabil. Die harte Kernkapitalquote (Cet 1) lag bei voller Anwendung des Bankenregelwerks Basel 3 per Ende März wie bereits Ende Dezember bei 12 Prozent. Damit liege die Commerzbank "weiterhin gut im europäischen Mittelfeld", sagte Finanzvorstand Stephan Engels laut Pressemitteilung.

Beim Risikoabbau wurden leichte Fortschritte erzielt. Die risikogewichteten Aktiva wurden auf 194,5 von 197,4 Milliarden Euro reduziert.

Quelle: ntv.de, wne/DJ

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