Wirtschaft

Umbau trägt Früchte Commerzbank verdient wieder Geld

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Die Commerzbank schließt nicht mehr aus, ihre Jahresziele zu übertreffen.

(Foto: imago images/Future Image)

Die schlimmsten Befürchtungen zu den Folgen der Corona-Krise haben sich für die Commerzbank nicht erfüllt. Nach einem erfolgreichen Sommer will das Finanzhaus nun auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreiben. Die Neuaufstellung des Konzerns wird unverändert vorangetrieben.

Mitten im Umbau kehrt die Commerzbank in die Gewinnzone zurück und stellt nun auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen in Aussicht. Geringere Gesamtkosten und deutlich weniger Belastungen durch faule Kredite sorgten dafür, dass das Frankfurter Geldhaus im Sommer 403 Millionen Euro verdiente. Noch vor Jahresfrist stand ein Verlust von 60 Millionen Euro in den Büchern.

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"Nach guten Fortschritten im dritten Quartal sind wir zuversichtlich, dass wir unsere wesentlichen Ziele für 2021 erreichen oder übertreffen werden", sagte Commerzbank-Chef Manfred Knof. Jetzt soll trotz Umbaukosten auch im Gesamtjahr ein Nettogewinn erzielt werden. Auch das operative Geschäft entwickele sich gut, sagte Knof. "Unsere Transformation ist im Plan."

Die Zahlen der Commerzbank sind ein weiterer Beleg dafür, dass die europäische Bankenbranche die Corona-Krise bislang gut gemeistert hat. Die noch im Vorjahr befürchteten massiven Kreditausfälle sind bislang ausgeblieben. Auch die europäischen Rivalen Societe Generale aus Frankreich und ING aus den Niederlanden übertrafen mit ihren Quartalszahlen die Analystenerwartungen.

Die Commerzbank stellte für das Gesamtjahr neben einem Nettogewinn zudem Erträge über denen des Vorjahres und wie bisher ein positives operatives Ergebnis in Aussicht. Im dritten Quartal gingen allerdings die Erträge ohne Sondereffekte um 3,7 Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro zurück. Zwar sank angesichts des anhaltend niedrigen Zinsumfelds der Zinsüberschuss um 8,5 Prozent, der Provisionsüberschuss nahm dagegen um 9,5 Prozent zu. Im Privatkundengeschäft in Deutschland legte das Zinsergebnis um über zwei Prozent zu. Dabei machte sich auch bemerkbar, dass die Commerzbank von Kunden inzwischen ab einem Guthaben von 50.000 Euro Strafzinsen verlangt.

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Die Bank wies zudem deutlich weniger Belastungen durch faule Kredite aus: Die Risikovorsorge schrumpfte auf 22 Millionen Euro von 272 Millionen Euro vor Jahresfrist. "Die Geschäftsentwicklung im bisherigen Jahresverlauf stimmt uns optimistisch", sagte Knof. Noch im zweiten Quartal hatte das Institut rote Zahlen geschrieben. Grund waren Aufwendungen für den Konzernumbau sowie Abschreibungen wegen der gescheiterten Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die britische Großbank HSBC

Mit einer Rosskurs will Knof das Institut auf die Erfolgsspur bringen. Hunderte Filialen werden geschlossen, rund 10.000 Stellen - jede dritte in Deutschland - fallen weg. Dabei werden ganze Abteilungen geschlossen oder ausgelagert. Bereits mehr als die Hälfte des Stellenabbaus ist laut Commerzbank sozialverträglich geregelt worden. Ungemach droht der Bank allerdings durch die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Privatbanken: Die Gewerkschaft Verdi kündigte für den nächsten Mittwoch einen bundesweiten Streik bei der Commerzbank an.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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