Wirtschaft

Schutzschirm saniert verlassen Condor kann Insolvenz abwenden

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Die Fluggesellschaft Condor steht "in der Pole Position, sobald der Tourismus wieder anläuft".

(Foto: imago images/Hans Blossey)

Sanierung erfolgreich: Die frühere Thomas-Cook-Tochter Condor kann den Schutzschirm zusammenklappen und wieder durchstarten - mit deutlich weniger Mitarbeitern als zuvor. In der Luft gehalten wird Condor nun mit einem Kredit der staatlichen KfW-Bank. Schon im Sommer 2021 hat der Ferienflieger wieder viel vor.

Der Ferienflieger Condor hat die drohende Insolvenz abgewendet. Die frühere Tochter des untergegangenen Reisekonzerns Thomas Cook hat nach erfolgreicher Sanierung das Schutzschirmverfahren verlassen, wie das Unternehmen und der Sachwalter Lucas Flöther in Frankfurt mitteilten. "Condor ist nach der erfolgreichen Restrukturierung deutlich schlanker und effizienter aufgestellt. Die Fluggesellschaft steht heute somit in der Pole Position, sobald der Tourismus wieder anläuft", erklärte Flöther in einer Mitteilung.

Das Unternehmen wurde unter dem Schutzschirm rekonstruiert und auf geringere Kosten getrimmt. Die Zahl der Beschäftigten sank um rund 700 auf nun 4200. Für die übrigen wurden mit den Gewerkschaften Sanierungs-Tarifverträge mit finanziellen Einbußen für die Mitarbeiter geschlossen. Das Unternehmen hat seine Zentrale vom Frankfurter Flughafen in eine günstigere Immobilie im nahen Neu-Isenburg verlegt.

Die geplante und bereits fest vereinbarte Übernahme durch die polnische Luftfahrt-Holding PGL war von der Lot-Mutter wegen Corona in letzter Minute abgesagt worden, sodass Condor nun mit einem langfristigen Kredit der staatlichen KfW-Bank in der Luft gehalten wird. Eigentümer ist eine Treuhandgesellschaft, die sämtliche Geschäftsanteile an die KfW verpfändet hat. Ein neuer Investor soll erst gesucht werden, wenn sich der Markt und die Fluggesellschaft von dem Corona-Einbruch erholt haben.

Condor will im Sommer 2021 breites Programm fliegen

Vergangene Woche Donnerstag hatte Condor angekündigt, nach seiner Sanierung im kommenden Sommer ein breites Flug-Programm anbieten zu wollen. Der bereits veröffentlichte Flugplan sehe ähnlich aus wie im Vor-Coronajahr 2019, sagte Airline-Chef Ralf Teckentrup. "Das ist fast unser Standard-Programm." Aus seiner Sicht werde die Nachfrage anziehen, weil Corona-Impfungen und kostengünstige Schnelltests demnächst umfassend zur Verfügung stünden. Gespräche mit Veranstaltern hätten ihm zudem gezeigt, dass die Pauschalreise gerade unter dem Eindruck der Coronakrise bei deutschen Konsumenten ein sehr beliebtes Produkt bleibe.

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Derzeit sei Condor nur mit einem Angebot von rund 10 Prozent der üblichen Winter-Kapazität unterwegs, sagte Teckentrup. Ein Großteil des Personals ist nach wie vor in Kurzarbeit. Man nutze derzeit auf der Langstrecke Gelegenheiten zu Frachtflügen und baue diesen Bereich aktuell auch noch aus, möglicherweise auch mit Impfstoff-Transporten. Ansonsten gibt es einige Fernflüge nach Kuba, auf die Malediven und in die Dominikanische Republik, während die Nachfrage auf die Kanaren derzeit gering sei.

Der touristische Sommerflugplan 2021 müsse wegen der unsicheren Lage voraussichtlich längere Zeit flexibel gehalten werden als in normalen Geschäftsjahren, meinte Teckentrup. Wegen der stark verbesserten Kostenstruktur im Unternehmen sei er aber optimistisch für einen guten Verlauf. "Wir haben ein sehr solides Fundament."

Quelle: ntv.de, abe/dpa