Wirtschaft

Erstmals seit Jahren Corona-Krise lässt Gehälter deutlich sinken

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Das Gastgewerbe verzeichnet den stärksten Lohnrückgang.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die Corona-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft schwer, einige Branchen kommen zwischenzeitlich zum Erliegen. Das spiegelt sich auch im Einkommen vieler Arbeitnehmer wider. Im Krisenjahr 2020 gehen die Gehälter auf Talfahrt - bei gleichzeitigem Anstieg des Preisniveaus.

Die Löhne der Menschen in Deutschland sind erstmals seit den Erhebungen 2007 nominal gesunken. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen fielen im Corona-Krisenjahr 2020 um 0,7 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Da zugleich die Verbraucherpreise um knapp 0,5 Prozent stiegen, blieb den Beschäftigten real 1,1 Prozent weniger Gehalt.

Das war noch etwas weniger, als die Wiesbadener Statistiker zunächst geschätzt hatten. In der Statistik ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt, das in der Corona-Krise für Millionen Erwerbstätige die Einkommensverluste zumindest abfederte. "Wenngleich das Kurzarbeitergeld die Verdiensteinbußen für viele Beschäftigte abgefedert hat, ist es eine Lohnersatzleistung und kein Verdienstbestandteil", erklärte das Bundesamt. "Daher wird es in den Verdienststatistiken nicht erfasst."

Krise wirkt sich unterschiedlich aus

Die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten sank im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 deutlich um im Schnitt 2,9 Prozent. Den stärksten Rückgang gab es im Gastgewerbe mit minus 19,4 Prozent, gefolgt von der Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung mit minus 9,0 Prozent. Hingegen ging die Arbeitszeit in der Energieversorgung und der Finanz- sowie Versicherungsbranche mit einem Minus von je 0,4 Prozent kaum zurück.

Wie das Bundesamt hervorhob, war der Verdienstrückgang gemessen am Nominallohnindex im Jahr 2020 mit minus 2,5 Prozent bei angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am größten, gefolgt von ungelernten Angestellten mit minus 1,6 Prozent, Fachkräften mit minus 1,2 Prozent sowie "herausgehobenen Fachkräften" mit minus 0,2 Prozent. Die Verdienste von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in leitender Stellung legten hingegen mit plus 0,2 Prozent leicht zu.

Im Jahr 2019 waren die realen Löhne um 1,2 Prozent gestiegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 waren die nominalen Verdienste im Jahr 2009 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, die realen Verdienste waren damals um 0,1 Prozent gesunken.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/DJ/AFP

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