Wirtschaft

Ein Jahr Wirtschaft im Lockdown Corona bringt die Inflation zurück

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Die Pandemie beschert den Einzelhändlern zusätzliche Kosten.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Die Pandemie hat das Lebenswerk Tausender Unternehmer zerstört, Vermögen an den Börsen vernichtet und neu geschaffen, Millionen Arbeitsplätze unsicher gemacht und Deutschlands so solide Staatsfinanzen erschüttert. Unter anderem. Ein Jahr nach Beginn des bis dahin Undenkbaren, einem staatlich verordneten Shutdown großer Teile der Wirtschaft, zieht ntv.de eine Bilanz in Schlaglichtern. Folge fünf: Warum die Preise in der Krise erst fielen und nun wieder steigen.

Die bisherigen Folgen von "Ein Jahr Wirtschaft im Shutdown":

  1. Vom Börsen-Crash zum Höhenflug
  2. Vom Lebenstraum bleibt nur ein Schuldenberg
  3. Letzte Hoffnung Online-Shop
  4. In der Warte-"Hölle" der Corona-Hilfen

Die Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Doch langsam zeichnet sich angesichts von Impffortschritten weltweit eine wirtschaftliche Erholung ab - vor allem getragen von den USA und China, den beiden größten Volkswirtschaften. Damit steigt die Aussicht auf eine anziehende Inflation. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 war Inflation in Deutschland kein Thema. Wie denn auch? Die Nachfrage nach und das Angebot von Produkten und Dienstleistungen war eingebrochen - damit war kein Raum für steigende Preise. Im Gegenteil: Vom Juli bis zum Dezember gingen die Verbraucherpreise sogar zurück.

Doch seit Jahresbeginn geht es wieder aufwärts, im Februar kletterten die Preise um 1,3 Prozent. Mit der Aussicht auf ein Ende der Pandemie steht die Inflation also vor einem Comeback. Zwar ist der Preisauftrieb noch relativ gedämpft, doch könnte sich das bald ändern. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Vereinigten Staaten dürften in diesem Jahr um 6,5 Prozent wachsen, sagt die Bank of America voraus. Für China rechnen Ökonomen sogar mit einem Plus von rund 8,5 Prozent. Das bringt kräftig steigende Preise für Rohstoffe mit sich.
  • Mit jeder Branche, die aus dem Lockdown erwacht, gewinnt die Konjunktur an Fahrt.
  • Wenn nach wochenlanger Schließung Geschäfte wieder öffnen, werden viele die Preise erhöhen. Hohe Kosten durch Hygienekonzepte und der wochenlange Einnahmeausfall lassen ihnen kaum eine andere Wahl.
  • Nach dem Abklingen der Krise könnte es zu einem regelrechten Konsumrausch kommen. Viele Verbraucher haben im Lockdown notgedrungen viel Geld gespart - etwa durch ausgefallene Urlaubsreisen, Restaurant- und Theaterbesuche.
  • Auch der Staat dürfte in diesem Jahr an der Preisschraube drehen. Einer Umfrage der Unternehmensberatung EY zufolge plant eine Mehrheit von 64 Prozent der Städte und Gemeinden, Steuern oder Abgaben etwa für die Müllabfuhr oder das Parken zu erhöhen.
  • Hinzu kommt ein statistischer Effekt: In der zweiten Jahreshälfte 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuersätze gesenkt, um die Wirtschaft inmitten der Pandemie anzukurbeln. Dadurch fielen die Preise zeitweise sogar. Seit Jahresbeginn gelten wieder die gewohnten Sätze. Die Folge: Ab der zweiten Jahreshälfte dürfte die Inflationsrate merklich zulegen, da dann als Vergleichsmaßstab die von der Steuersenkung verbilligten Waren und Dienstleistungen herangezogen werden.

An den Finanzmärkten gibt es deshalb bereits Bewegung: Die Anleihe-Renditen gehen in die Höhe. Bei den richtungweisenden Staatsanleihen aus den USA und aus Deutschland liegen sie so hoch wie zuletzt vor rund einem Jahr.

Mehr zum Thema, wie Corona die Preise prägt, lesen Sie in der ausführlichen Berichterstattung von ntv.de:

Quelle: ntv.de, jga

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