Wirtschaft

Hoffnung auf zweites Halbjahr Corona sorgt bei VW für herbe Verluste

Die wochenlang geschlossenen Werke und Autohäuser haben Volkswagen in die roten Zahlen gedrückt. Trotz allem gibt sich der Autobauer für das Gesamtjahr optimistisch und rechnet sogar noch mit einem Gewinn. Die Anteilseigner müssen allerdings mit einer geringeren Zuwendung leben.

Volkswagen ist tief in die roten Zahlen gefahren, schöpft aber wieder Hoffnung. Die wochenlang geschlossenen Werke zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zugesperrte Autohäuser sorgten für einen kräftigen Absatzrückgang des Wolfsburger Konzerns. VW setzt allerdings auf eine Fortsetzung des jüngst wieder besseren Umfelds - und rechnet im Gesamtjahr mit einem Gewinn.

"Aufgrund des positiven Trends unseres Geschäfts in den letzten Wochen und der Einführung zahlreicher attraktiver Modelle blicken wir vorsichtig optimistisch auf das zweite Halbjahr", wird Finanzchef Frank Witter zitiert. Eine konkrete Prognose bleibt VW aber nach wie vor schuldig. Der Konzern geht nach wie vor davon aus, bei deutlich sinkenden Umsätzen im laufenden Jahr ein zwar "gravierend rückläufiges", aber insgesamt positives operatives Ergebnis vor und nach Sondereinflüssen zu erzielen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres sank der Umsatz um fast ein Viertel auf rund 96,1 Milliarden Euro. Die Auslieferungen sanken um 27,4 Prozent. Der operative Verlust vor Sondereinflüssen betrug 0,8 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 10 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Nach Sondereinflüssen lag der operative Verlust bei 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von knapp 9 Milliarden Euro. Die operative Rendite stand entsprechend mit minus 1,5 Prozent im negativen Bereich. Unter dem Strich stand nach den ersten sechs Monaten ein Minus von einer Milliarde Euro.

Allein für das zweite Quartal, als die Corona-Folgen am bislang deutlichsten ausfielen, brachen die Erlöse um 37 Prozent ein. Der operative Verlust vor Sondereinflüssen belief sich auf 1,7 Milliarden und unter dem Strich fiel ein Minus von 1,5 Milliarden Euro an.

Porsche, Skoda und Scania verdienen Geld

Einen massiven operativen Verlust fuhr in den ersten sechs Monaten die Sparte Volkswagen Pkw mit knapp 1,5 Milliarden Euro ein nach einem Gewinn von 2,3 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Verluste wiesen auch die meisten anderen Marken wie Audi, Seat und Volkswagen Nutzfahrzeuge auf. Porsche schaffte allerdings einen Gewinn von 1,14 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden im Vorjahr. Auch Skoda und Scania lagen im positiven Bereich.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 141,98

Die Nettoliquidität im Automobilbereich stieg sogar gegenüber dem Auftaktquartal um fast eine Milliarde auf 18,7 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte VW die Prognose, wonach Auslieferungen und Umsatz deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden.

Die Dividende für das abgelaufene Jahr will Volkswagen vor dem Hintergrund der Corona-Krise anpassen. An die Aktionäre sollen nunmehr 4,80 Euro je Stamm- und 4,86 je Vorzugsaktie fließen. Bislang hatten die Wolfsburger 6,50 Euro beziehungsweise 6,56 Euro je Anteilschein ausschütten wollen. Über die Anpassung soll die Hauptversammlung am 30. September entscheiden.

Quelle: ntv.de, jki/jwu/rts/DJ