Wirtschaft

"Industriepolitisches Desaster" DUH kritisiert deutsche E-Auto-Entwicklung

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Ein E-Auto der Marke VW an einer Ladestation.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor der IAA prangert die Deutsche Umwelthilfe die heimischen Automobilbauer an: Anstelle der Elektromobilität setze sie auf "Monster-SUVs" mit viel Leistung. Die Industrie widerspricht vehement.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat der deutschen Autoindustrie drei Wochen vor der Branchenmesse IAA eine verfehlte Modellpolitik vorgeworfen. Der Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte, es gebe derzeit nur wenige rein elektrische Fahrzeuge auf dem Markt. Die deutschen Hersteller hätten im internationalen Vergleich einen großen Rückstand. Sie setzten stattdessen auf große und schwere Fahrzeuge mit viel Leistung - Resch sprach von "Monster-SUV".

Dies sei ein "industriepolitisches Desaster". Resch sagte, er habe Zweifel, dass sich in der deutschen Autoindustrie trotz vieler Ankündigungen, E-Autos auf den Markt zu bringen, etwas ändere. Die Bundesregierung müsse die Rahmenbedingungen ändern und die Hersteller zu einer "Radikalkur" zwingen. Die Deutsche Umwelthilfe hat mit Klagen schon in etlichen deutschen Städten Diesel-Fahrverbote durchgesetzt.

Nach einer Erhebung der DUH drohen deutsche Autobauern außerdem global den Anschluss bei der Elektromobilität zu verlieren. Unter den weltweit 20 meistverkauften Elektro-Pkw habe sich im Jahr 2018 kein einziges deutsches Modell befunden, erklärte Resch.

Schlüsseljahr 2023?

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Vorwürfe zurück: "Jedes zweite Elektroauto, das in den ersten sieben Monaten in Deutschland neu zugelassen wurde, trägt ein deutsches Konzernmarkenzeichen." Bis zum Jahr 2023 würden die deutschen Hersteller ihr E-Modellangebot auf über 150 verfünffachen. Auf der Internationale Automobil-Ausstellung werde es zahlreiche neue Elektromodelle geben.

Außerdem verwies der VDA darauf, dass die deutschen Hersteller ihren CO2-Ausstoß im beim Kunden beliebten SUV-Segment, verglichen mit allen anderen Segmenten, in den vergangenen Jahren am stärksten reduziert hätten - und zwar um 35 Prozent. Im Kleinwagensegment habe die Reduktion 24 Prozent betragen.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/AFP

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