Wirtschaft

21 Prozent weniger Gewinn Daimler hofft aufs vierte Quartal

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Trotz Gewinneinbruchs noch mehr als solide im Plus: Daimler verdient in den drei Monaten Juli, August und September unterm Strich noch 1,76 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Der Stuttgarter Autobauer Daimler kämpft im Kerngeschäft mit Gegenwind. In der Pkw-Sparte gehen die Erträge zurück. Konzernchef Zetsche stellt für das vierte Quartal Besserung in Aussicht. Er spricht von einer anhaltend hohen Nachfrage.

Ein sinkender Pkw-Absatz und ein Bündel an Sonderfaktoren haben Daimler im vergangenen Quartal einen Rückgang beim Gewinn beschert. Der Nettogewinn sank von Juli bis September um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,76 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte.

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Die Zahlen kommen für Aktionäre nicht überraschend: Der Stuttgarter Automobilkonzern hatte bereits vergangene Woche bekannt gegeben, dass der operative Gewinn - vor allem in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz - im dritten Quartal eingebrochen war. Der Autobauer musste deshalb zum zweiten Mal binnen vier Monaten sein Gewinnziel kappen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte demnach 2018 gegenüber dem Vorjahresgewinn von 14,3 Milliarden Euro deutlich sinken und dabei der neuen Prognose zufolge um mehr als zehn Prozent niedriger ausfallen. Im abgelaufenen Quartal brach das Ebit um mehr als ein Viertel auf knapp 2,5 Milliarden Euro ein. Der Quartalsumsatz lag mit 40,2 Milliarden Euro rund 1,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Absatz der Kernmarke Mercedes schrumpfte um sechs Prozent auf knapp 560.000 Fahrzeuge. Die Marke mit dem Stern hat gleich an mehreren Fronten zu kämpfen: unter anderem mit höheren Importzöllen am wichtigsten Einzelmarkt China wegen des Handelsstreits mit den USA, steigenden Kosten für Diesel-Rückrufe, Belastungen durch die Umstellung auf das neue Abgasmessverfahren WLTP und Folgen von langwierigen Rechtsstreitigkeiten.

"Herausforderndes Umfeld"

Das Lkw-Geschäft läuft unterdessen rund. Bei einem Absatzplus von acht Prozent steigerte Daimler Trucks den operativen Quartalsgewinn um 38 Prozent auf 850 Millionen Euro. Die Rendite lag mit 8,5 Prozent rund zwei Prozentpunkte über der des Pkw-Geschäfts.

"Die Automobilindustrie und damit auch Daimler befinden sich weiterhin in einem sehr herausfordernden Umfeld", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Doch die weiterhin hohe Nachfrage der Kunden, so Zetsche weiter, stimme den Konzern für das vierte Quartal zuversichtlich. Zetsche ist nur noch bis kommenden Mai im Amt: Bei der großen Jahreshauptversammlung will der Konzern die Nachfolge regeln. Zetsches Posten soll der gebürtige Schwede und derzeitige Entwicklungschef Ola Källenius werden.

Die Gewinnprognosen in der Autoindustrie müssen derzeit reihenweise gekappt werden - nicht nur bei Daimler. Auch der Münchner Wettbewerber BMW rechnet mittlerweile mit weniger Gewinn. Als Grund führten die Münchner Rabattschlachten bei Autos mit alter Zertifizierung vor dem Hintergrund der WLTP-Einführung an.

Die Bremsspuren in der deutschen Automobilindustrie bleiben nicht nur auf die großen Hersteller beschränkt: Auch Zulieferer wie der Dax-Konzern Continental oder der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub dämpften wegen schwächerer Nachfrage der Autokunden bereits ihre Gewinnversprechen.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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