Wirtschaft

Studie des Ifo-Instituts Das könnte die globale Mindeststeuer einbringen

Zu sehen sind Euro-Geldscheine mit unterschiedlichen Werten. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die globale Mindeststeuer soll ab 2023 gelten.

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Bundesfinanzminister Scholz spricht von einem besonderen Moment: In Washington soll die globale Mindeststeuer für große Unternehmen verkündet werden. Was die Neuregelung Deutschland an Einnahmen bringen könnte, zeigen Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts.

Deutschland kann bei der geplanten globalen Mindeststeuer für große Unternehmen auf Einnahmen von etwa fünf bis sechs Milliarden Euro hoffen. Das geht aus einer unveröffentlichten Studie des Münchner Ifo-Instituts hervor, die in Auszügen der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Legt man die Einigung von 136 Staaten zugrunde, gehen die Ifo-Forscher von jährlichen Zusatzeinnahmen von 4,8 bis 5,2 Milliarden Euro aus. In der Annahme, dass durch die Vereinbarung Gewinnverlagerungen in Niedrigsteuergebiete mittel- bis langfristig reduziert werden, könnte der positive Effekt für den deutschen Fiskus auf 6,0 bis 6,4 Milliarden Euro anwachsen.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) werden laut Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Einigung vom Freitag noch an diesem Mittwoch in Washington mittragen. Scholz sprach von einem besonderen Moment. "Wir haben sehr hart gearbeitet." Der Wettlauf zwischen Staaten zu immer niedrigeren Steuersätzen sei durchbrochen. Das sei noch vor einigen Jahren nicht zu erwarten gewesen.

Scholz erwartet "mehrere Milliarden"

SPD-Kanzlerkandidat Scholz, der für die IWF-Tagung und die G20-Gespräche in der US-Hauptstadt eigens die Sondierungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung verlegte, sagte, es seien durch die Mindeststeuer erhebliche Mehreinnahmen weltweit zu erwarten und für Deutschland "mehrere Milliarden". Dies seien Mehreinnahmen, die ohne Steuererhöhungen möglich würden. "Wir müssen doch erreichen, dass nicht der Bäcker um die Ecke das Gefühl hat, er zahlt mehr Steuern als ein globales Unternehmen."

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Die globale Mindeststeuer soll ab 2023 gelten - und zwar für alle international tätigen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro. Experten zufolge werden weltweit 7000 bis 8000 Firmen betroffen sein, einige Hundert davon aus Deutschland.

Die Industriestaaten-Organisation OECD, die die jahrelangen Verhandlungen über eine Steuerreform koordiniert hat, geht weltweit von zusätzlichen Einnahmen in Höhe von rund 150 Milliarden Dollar pro Jahr aus. Laut Steuerschätzung vom Mai dürften sich die Steuereinnahmen in Deutschland dieses Jahr insgesamt auf rund 773 Milliarden Euro belaufen, davon 294 Milliarden Euro auf Ebene des Bundes.

Quelle: ntv.de, mbe/rts

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