Wirtschaft

Industrie-4.0-Aktien Das sind die aussichtsreichsten Branchen

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Die Medizintechnik gehört zu den Branchen, in denen überdurchschnittlich hohe Produktivitätsfortschritte denkbar sind.

(Foto: imago/Westend61)

Der nächste große Schub in der Wirtschaft ist die Digitalisierung der Produktion – auch Industrie 4.0 genannt. Vorausschauende Anleger setzen schon heute auf die Gewinner von morgen.

Entwickelte Volkswirtschaften wie die USA oder die in Europa wachsen weniger durch den zusätzlichen Einsatz von Kapital oder Arbeit, sondern vor allem durch Produktivitätsfortschritte. Für Unternehmen gilt das analog. Bei den Produktivitätssteigerungen werden derzeit die größten Hoffnungen und Erwartungen mit der Digitalisierung verknüpft.

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Während diese zum Beispiel in der Kommunikation oder im Handel bereits weit fortgeschritten ist, besteht im produzierenden Gewerbe noch erhebliches Potenzial. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW, 2015) haben drei von vier Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau bislang keine oder erst vereinzelte Schritte in Richtung Industrie 4.0 unternommen.

Beim "Internet der Dinge" geht es vereinfacht darum, die Produktionsprozesse mit modernster Informations- und Kommunikationstechnologie zu verzahnen. Industrie 4.0 verfolgt dieselben Ziele wie die produktivitätssteigernden Maßnahmen der Vergangenheit: höhere Qualität, niedrigere Kosten, mehr Zeit- und Ressourceneffizienz sowie eine erhöhte Flexibilität. Die Automobilindustrie wird beispielsweise in Zukunft Pkw-Serien mit der Losgröße eins zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, also Fahrzeuge, die trotz einer maximal individuellen Ausstattung bezahlbar sind.

Aus Anlegersicht geht es darum, die Branchen und Wirtschaftsräume zu identifizieren, wo die höchsten Produktivitätsfortschritte zu erwarten sind. Denn diese bilden die Basis für steigende Unternehmensgewinne, die wiederum maßgeblich die Entwicklung einer Aktie bestimmen.

Deutschland zunehmend besser

Es ist naheliegend, dass sich Produktivitätsfortschritte vor allem durch Forschung und Entwicklung (F&E) erzielen lassen. In der Bundesrepublik sind die F&E-Investitionen gemessen am BIP von 2003 bis 2013 von 2,5 auf 2,8 Prozent gestiegen. Damit liegt Deutschland im Mittelmaß - weit vor China und knapp vor den USA, jedoch deutlich hinter Japan und vor allem Südkorea. In den beiden asiatischen Ländern fließen mehr als drei beziehungsweise sogar mehr als vier Prozent des BIPs in Forschung und Entwicklung.

Auch zwischen den verschiedenen Branchen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede. Besonders investitionsfreudig ist in Deutschland traditionell der Fahrzeugbau, auf den rund ein Viertel der F&E-Ausgaben entfallen. Noch mehr investiert das sonstige verarbeitende Gewerbe, zu dem aber mehrere Branchen gehören.

Die Kombination von Regionen und Branchen mit hohen F&E-Investitionen ergibt Cluster, die überdurchschnittlich hohe Produktivitätsfortschritte versprechen. Hier wird es für den Anleger interessant. Denn der Schluss liegt nahe, dass die entsprechenden Firmen künftig aufgrund ihres technologischen Vorsprungs ihre Gewinne überdurchschnittlich steigern werden.

In Deutschland bieten beispielsweise der Automobilbereich, die Medizintechnik und die Feinmechanik gute Perspektiven. Hier sollte auch in den kommenden Jahren aufgrund der zu erwartenden Produktivitätsfortschritte das Wachstum gesichert sein. Dasselbe gilt in Frankreich für die Hersteller von Luxusgütern. In den USA und der Schweiz sind unter diesen Aspekten Firmen aus dem Gesundheitswesen aussichtsreich. Schließlich entwickeln sich die Informations- und Kommunikationstechnologie ebenfalls in den Vereinigten Staaten, aber auch in Südkorea dank entsprechender F&E-Anstrengungen rasant weiter.

Umgekehrt scheint es riskant, in Länder/Branchenkombinationen zu investieren, in denen die F&E-Anstrengungen abnehmen. Letztlich funktioniert die Analyse der F&E-Investitionen nach Regionen und wie ein Filter: Übrig bleiben einzelne Unternehmen mit überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten und entsprechender Kursfantasie.

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Quelle: ntv.de