Wirtschaft
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Freitag, 02. Oktober 2015

Flüchtlinge treiben Wachstum: Deutsche Bank hebt Prognose an

Die deutsche Wirtschaft könnte im kommenden Jahr stärker wachsen als bisher angenommen. Davon gehen zumindest die Analysten der Deutschen Bank aus. Sie begründen dies mit dem Konsum - für den auch Flüchtlinge sorgen würden.

Die Einwanderung nach Deutschland trägt dazu bei, dass die Wirtschaft wächst. Zu dieser Einschätzung kommt die Deutsche Bank. Der Konsum werde hierzulande vor allem im nächsten Jahr einen zusätzlichen Schub durch "die anhaltend hohe Zuwanderung und insbesondere die markante Zunahme von Asylsuchenden" erhalten, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Ausblick.

Angesichts der anhaltend chaotischen Lage in wichtigen Herkunftsländern werde sich der Zuzug 2016 kaum verlangsamen und könnte erneut die Millionen-Marke erreichen, so die Deutsche Bank. Kürzlich verabschiedete Gesetzesvorlagen dürften jedoch dafür sorgen, dass die Quote der gewährten Asylanträge sinke und ein Teil der Asylsuchenden abgeschoben werde.

"Legt man Ausgaben in Höhe von 12.000 Euro je Person und Jahr zugrunde, dürfte der Konsum (staatlich und privat) 2016 dennoch um 12 Milliarden Euro höher liegen", so die Analysten. "Wir erwarten daher ein reales Plus des privaten Konsums von 1,8 Prozent. Dies wäre in den vergangenen 15 Jahren der zweithöchste Wert nach dem erwarteten Plus von zwei Prozent in 2015."

Selbst wenn zum Teil Ausgabenkürzungen an anderer Stelle erfolgen sollten, sollte das Konsumwachstum der Bank zufolge um einen halben Prozentpunkt höher ausfallen und das Bruttoinlandsprodukt um einen Viertelprozentpunkt stärker wachsen, heißt es weiter. Zugleich weist die Bank darauf hin, dass die Unsicherheiten bei diesen Prognosen massiv seien.

Vor diesem Hintergrund geht die Deutsche Bank davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um 1,9 Prozent zulegen wird. Bisher hatte sie ein Plus von 1,7 Prozent vorhergesagt. Für das laufende Jahr sagen sie ein Wachstum von 1,7 Prozent voraus. Treiber sei das Konsumwachstum, das auch von niedrigem Ölpreis und höheren Löhnen gestützt werde. Dagegen würden sich Exporte wegen der Schwäche der Schwellenländer schlechter entwickeln als erwartet, so die Analysten.

Quelle: n-tv.de