Wirtschaft

Volkswirte sehen keine Rezession Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge

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Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist im Dezember im Monatsvergleich um 1,6 Prozent gesunken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Anders als erwartet bekommen die deutschen Industrieunternehmen im Dezember weniger Aufträge. Vor allem an Großaufträgen mangelt es. Experten zeigen sich überrascht.

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat im Dezember überraschend einen weiteren Dämpfer erhalten. Im Monatsvergleich sei er um 1,6 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten einen leichten Anstieg erwartet. Im Jahresvergleich fiel der Auftragseingang im Dezember laut Bundesamt um 7,0 Prozent. Allerdings wurden die Dezember-Daten durch ungewöhnlich wenige Großaufträge stark beeinflusst.

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"Die konjunkturelle Delle wird uns wohl noch einige Zeit beschäftigen", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Experte schränkte aber ein, dass die Auftragsdaten auf den zweiten Blick "doch nicht ganz so dramatisch" ausgefallen seien. Klammert man Großaufträge aus, zeigte sich Ende 2018 ein deutlich besseres Bild: "Ohne Berücksichtigung der Großaufträge lag der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember saison- und kalenderbereinigt um 3,5 Prozent höher als im Vormonat", hieß es vom Bundesamt.

Außerdem war der November-Dämpfer beim Auftragseingang schwächer als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Rückgang von 1,0 Prozent auf nur noch 0,2 Prozent.

Niveau der Auftragseingänge "knackig"

Von einer Rezessionsgefahr sprach kein Volkswirt. "Wenn das eine Rezession sein soll, dann ist es die beste aller Rezessionen", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe. Zum einen sei das Niveau der Auftragseingänge immer noch "knackig", zum anderen scheine der seit Jahresbeginn anhaltende Rückgang der Bestellungen gestoppt. "Außerdem gehören zu einer Rezession kräftige Rückgänge bei Investitionen und Beschäftigung", gab Krüger zu bedenken.

Trotz der schwachen Auftragseingänge zum Jahresausklang sieht das Bundeswirtschaftsministerium für das vierte Quartal unterm Strich immer noch ein leichtes Auftragsplus. Das Ministerium verwies zudem darauf, dass die deutsche Autoindustrie Fortschritte bei der Bewältigung der Probleme im Zuge der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP mache. Der jüngste Rückgang der Gesamtbestellungen spreche aber dafür, dass sich "die Durststrecke in der Industrie zunächst fortsetzt", hieß es in der Stellungnahme des Ministeriums. Auch deuteten jüngste Stimmungsdaten aus den Unternehmen auf eine gedämpfte Industriekonjunktur zum Jahresbeginn hin.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/DJ

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