Wirtschaft
Wohnanlage der Deutsche Wohnen im Osten Frankfurts.
Wohnanlage der Deutsche Wohnen im Osten Frankfurts.(Foto: dpa)
Mittwoch, 21. Oktober 2015

Vorstoß von Vonovia abgelehnt: Deutsche Wohnen bläst LEG-Übernahme ab

Die Deutsche Wohnen will den Wettbewerber LEG schlucken, doch Vonovia funkt dazwischen. Nun liegen vorerst alle Fusionspläne auf Eis - denn ein Zusammengehen mit dem Marktführer kommt offenbar nicht infrage.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen gibt seine Pläne zur Übernahme des kleineren Rivalen LEG auf. "Trotz anfänglich breiter Unterstützung für die LEG-Transaktion" habe eine "Änderung der Empfehlung der wichtigsten Stimmrechtsberater infolge des Vonovia-Vorstoßes dazu geführt, dass wir die erforderliche 75-Prozent-Zustimmung in unserer Hauptversammlung nicht erreichen werden", erklärte Deutsche Wohnen. Die für den 28. Oktober geplante Hauptversammlung, bei der die Fusion mit LEG beschlossen werden sollte, wurde abgesagt.

Die Stimmrechtsberater hätten "nach dem feindlichen Vorstoß der Vonovia ihre Empfehlung geändert", erklärte Deutsche Wohnen. Der geplante Zusammenschluss mit LEG werde nun "nicht weiter verfolgt". Der Deutsche-Wohnen-Vorstand bekräftigte zugleich, dass er den "unaufgeforderten Vorstoß der Vonovia SE" ablehne. Dieser reflektiere das "Wachstumspotenzial und die hohe Qualität des Immobilienportfolios der Deutsche Wohnen nicht". "Wir werden uns nun mit der notwendigen Kraft, Sorgfalt und Unterstützung unserer Aktionäre mit dem Vorstoß der Vonovia auseinandersetzen", erklärte das Unternehmen. Das Angebot sei aber "für die Deutsche-Wohnen-Aktionäre nicht attraktiv".

Umstrittener Vorstoß Richtung NRW

Viele Großaktionäre sind an Vonovia, Deutsche Wohnen und der LEG beteiligt. Sie hatten den Vorstoß der bisher vor allem in Berlin vertretenen Deutsche Wohnnen nach Nordrhein-Westfalen kritisch gesehen. Vorstandschef Zahn wollte sich mit dem Zukauf an Rhein und Ruhr eine neue Wachstumsregion erschließen, da ihm die Hauptstadt zu teuer geworden ist. ISS und Glass Lewis hatten zunächst die acht Milliarden Euro schwere Offerte für die LEG unterstützt. Doch als Vonovia seine Gegenofferte für Deutsche Wohnen auf den Tisch legte, änderten sie ihre Meinung. Denn bei der großen Lösung würde mehr Wert geschaffen, die Synergien seien höher. Vor allem angelsächsische Fonds richten sich in der Regel nach dem Votum der Aktionärsberater.

Das Bundeskartellamt hatte erst kürzlich einen Zusammenschluss von Deutsche Wohnen und LEG genehmigt. Das von Deutsche Wohnen zurückgewiesene Übernahmeangebot Vonovias zielte nach eigenen Angaben darauf ab, die Fusion zu verhindern. Vonovia will ihre Konkurrentin für rund 14 Milliarden Euro übernehmen.

Vonovia selbst war im Dezember 2014 aus der Fusion von Deutsche Annigton und Gagfah hervorgegangen. Vonovia verfügt über rund 350.000 Wohnungen und stieg im September in Frankfurt am Main in den Deutschen Aktienindex der 30 größten börsennotierten Unternehmen (Dax) auf. Deutsche Wohnen hat etwa 144.000 Wohnungen in ihrem Besitz, LEG rund 110.000.

Quelle: n-tv.de