Studie deckt Fehlverhalten aufKrankenkassen vermuten Milliardenschaden durch Betrug

Die deutschen Krankenkassen schlagen Alarm: Jedes Jahr kommt es durch Falschabrechnungen zu Schäden in Milliardenhöhe. Daher will der Krankenkassenverbund mit einer eigenen Studie die Dunkelziffer genauer erfassen und den Kampf gegen den Betrug verstärken.
Deutschlands Krankenkassen wollen mit einem eigenen Vorstoß den Kampf gegen Betrügereien im deutschen Gesundheitswesen verstärken. "Wir wollen wissen, wie hoch genau die Schäden in Deutschland durch Fehlverhalten sind", sagte Martin Krasney, Vorstand des GKV-Spitzenverbands. Der Schaden könnte laut den Kassen im zweistelligen Milliardenbereich liegen.
Bereits seit Jahren debattieren Politik und Kassen über die Notwendigkeit einer umfassenden Studie zu Falschabrechnungen, ohne dass eine solche Erhebung in Auftrag gegeben worden wäre. Der Krankenkassenverband hatte deshalb eine eigene Studie veranlasst. Diese läuft seit Anfang Oktober und soll Auskünfte über das Ausmaß der Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen liefern. Bislang würden Daten dazu laut dem Kassenverband weder in der offiziellen Kriminalstatistik noch in den Zahlen der GKV erfasst.
Krasney zufolge beziffern Studien aus anderen Ländern das Dunkelfeld auf fünf bis zehn Prozent der Leistungsausgaben im jeweiligen Gesundheitswesen. "In Deutschland wäre die Schadenshöhe damit im zweistelligen Milliardenbereich", sagte er.
Schäden in dreistelliger Millionenhöhe
Krasney sagte: "Seit über 20 Jahren bekämpfen die Fehlverhaltensstellen der Kranken- und Pflegekassen den Abrechnungsbetrug und alle weiteren Formen von Fehlverhalten." Denn veruntreute Beitragsgelder würden für die medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen fehlen. Nach regelmäßig veröffentlichten Ergebnissen dieser Stellen werden jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe nachgewiesen.
Die Kassen hatten wiederholt auf "eine deutlich höhere Schadensdunkelziffer" hingewiesen. Bekannt sei nur das Hellfeld - je mehr kontrolliert werde, desto mehr Fälle würden auch aufgedeckt. Nach eigenen Angaben wollen die Kassen auch Künstliche Intelligenz und andere technische Möglichkeiten verstärkt nutzen dürfen, um kriminellen Machenschaften besser begegnen zu können.
