Wirtschaft
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Donnerstag, 23. November 2017

Ministerium toppt Regierung: Deutsches BIP wächst noch stärker

Erst im Oktober hebt die Bundesregierung ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum an. Nun scheint diese Prognose bereits überholt - das Bundesfinanzministerium spricht von einem an "Breite gewinnenden Konjunkturaufschwung".

Die Bundesregierung prognostiziert eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs und hat für dieses Jahr ein möglicherweise höheres Wachstum als das von ihr selbst erst im Oktober mit 2,0 Prozent erwartete Plus. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem ausgeprägten, an Breite gewinnenden Konjunkturaufschwung", erklärte das Finanzministerium in seinem Monatsbericht.

Die Experten des Ministeriums verwiesen auf die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,8 Prozent im dritten Quartal nach einem aufwärts revidierten Plus von 0,9 Prozent im ersten und einem Zuwachs um 0,6 Prozent im zweiten Vierteljahr. "Die Entwicklung des BIP im bisherigen Jahresverlauf liegt damit über der Erwartung der Bundesregierung in ihrer Herbstprojektion, die für dieses Jahr von einem realen Wachstum von 2,0 Prozent ausgeht", hoben sie hervor.

Das Umfeld stimmt

Zudem sprächen nach wie vor günstige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und die monatlichen Konjunkturindikatoren bis zum aktuellen Rand "für eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in den  kommenden Monaten". In den Ergebnissen der jüngsten Steuerschätzung, die auf Basis der Regierungsprojektion erfolgt sei, spiegele sich "die unverändert günstige und an Breite gewinnende gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wider".

Es gebe eine robuste Inlandsnachfrage vor dem Hintergrund steigender Beschäftigung und zunehmender Investitionen, wovon Unternehmen und private Haushalte durch steigende Gewinne und Einkommen profitierten.

Einnahmenplus

"Die Daten zu den Steuereinnahmen im Zeitraum bis Oktober bestätigen dieses Bild", hob das Finanzministerium hervor. Die deutschen Steuereinnahmen sind im Oktober allerdings nur noch leicht gestiegen, nachdem sie in den Vormonaten noch kräftig zugenommen hatten.

Im Oktober legten die Einnahmen ohne reine Gemeindesteuern laut Monatsbericht gegenüber dem Vorjahresmonat 0,5 Prozent zu. In den ersten zehn Monaten des Jahres erhöhten sich die Steuereinnahmen aber um 3,9 Prozent. Im September waren sie um 4,6 Prozent gestiegen, im August um 6,8 Prozent und im Juli um 9,2 Prozent.

Das Finanzministerium erklärte, die Lohnsteuer und die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne hätten im Oktober hohe Aufkommenszuwächse verzeichnet. Der Bund verbuchte 0,7 Prozent mehr an Steuereinnahmen und kam auf ein Aufkommen von 19,7 Milliarden Euro. Die Länder nahmen mit 20,0 Milliarden Euro um 1,6 Prozent mehr an Steuern ein. Insgesamt belief sich das Steueraufkommen im Oktober auf 44,6 Milliarden Euro und in den ersten zehn Monaten auf 536,9 Milliarden Euro. Der Bund verzeichnete in dem Zeitraum ein Plus von 4,8 Prozent, und die Länder verbuchten eine Zunahme um 5,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de