Wirtschaft

Energiekosten zu hochAusländische Konzerne bewerten Standort Deutschland historisch schlecht

22.04.2026, 10:33 Uhr
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43 Prozent der befragten Unternehmen sagen: Nirgends in der EU ist Energie so teuer wie in Deutschland. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Eine neue Erhebung zeigt die schwindende Anziehungskraft des deutschen Wirtschaftsstandortes. Im EU-Vergleich überzeugt Deutschland die befragten Konzerne nur an wenigen Stellen. Bei Energiekosten und Digitalisierung gilt die Bundesrepublik hingegen als Schlusslicht.

Hohe Energiekosten, komplexe Bürokratie und mangelnde Digitalisierung: Internationale Konzerne sehen Deutschland als Wirtschaftsstandort weniger attraktiv. Das zeigt eine Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungskonzerns KPMG unter 400 Tochterunternehmen ausländischer Firmen in Deutschland. Der Standortindex für Deutschland sank auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 2017.

Rund 43 Prozent der befragten Unternehmen sahen Deutschland bei den Energiekosten EU-weit am schlechtesten aufgestellt. Mehr als zwei Drittel der Konzerne sehen Deutschland bei der digitalen Infrastruktur unter den fünf schwächsten EU-Ländern, für ein Drittel ist Deutschland sogar das Schlusslicht. Der Wirtschaftsstandort schneidet in der Umfrage auch bei Fachkräften, Steuerhöhe und dem Digitalisierungsgrad der öffentlichen Verwaltung schlecht ab.

Zudem hat sich auch die wirtschaftliche Situation der befragten Unternehmen verschlechtert. Mehr als die Hälfte bewertete die eigene derzeitige Lage als schlecht oder sogar sehr schlecht. Bei der gleichen Befragung war es 2023 noch knapp jedes fünfte Unternehmen. Entsprechend zurückhaltend sind die Konzerne bei Investitionsplänen in Deutschland. Der Anteil der Unternehmen, die künftig weniger hierzulande investieren wollen, hat sich zwischen 2023 und 2025 auf 23 Prozent mehr als verdoppelt.

Es gibt aber auch Faktoren, bei denen Deutschland besser abschneidet. Bei der öffentlichen Sicherheit und der politischen Stabilität verorten jeweils rund zwei Drittel der befragten Unternehmen das Land mindestens unter den besten fünf EU-Ländern. Deutschland bleibt zudem ein großer und wichtiger Absatzmarkt.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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