Wirtschaft

Finanzierung über KfWDeutschland schließt Einstieg beim Netzbetreiber Tennet ab

03.07.2026, 16:51 Uhr
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Der Ausbau der Übertragungsnetze kostet Milliarden. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Ausbau der Netze ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Der Bund baut dazu sein Engagement aus und steigt nun auch beim dritten der vier großen Netzbetreiber ein. Der Schritt kostet mehr als drei Milliarden Euro.

Deutschland ist jetzt Miteigentümer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet Germany. Über die staatliche Förderbank KfW hat der Bund 25,1 Prozent des früheren niederländischen Staatsunternehmens übernommen, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Nach früheren Angaben der niederländischen Tennet Holding beläuft sich die Investition auf rund 3,3 Milliarden Euro. Tennet betreibt mit mehr als 14.000 Trassenkilometern das größte deutsche Stromübertragungsnetz. Es reicht von Schleswig-Holstein bis nach Bayern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter.

Der niederländische Tennet-Konzern versucht seit Jahren, seine deutsche Tochter abzustoßen oder Investoren mit ins Boot zu holen. Der Erhalt und Ausbau des deutschen Hochspannungsnetzes erfordere hohe Investitionen und gehöre nicht zu den Aufgaben eines niederländischen Staatsunternehmens, argumentierte die niederländische Regierung. Im Zuge der Energiewende müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangen kann. Dieser Ausbau der Netze kostet viele Milliarden Euro.

Über die KfW ist der Bund bereits an den beiden Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz in Mittel- und Ostdeutschland (20 Prozent) und TransnetBW in Baden-Württemberg (24,95 Prozent). beteiligt.. Am vierten Netzbetreiber Amprion hält kein Staatsunternehmen Anteile.

Die vier Unternehmen sind für die sogenannten Stromautobahnen zuständig, die Strom über große Entfernungen transportieren. Durch die Leitungen fließt der Strom mit Höchstspannung, also 220.000 oder 380.000 Volt. Vor allem, um mehr Windstrom vom Norden in den Süden zu bringen, wird derzeit das Übertragungsnetz stark ausgebaut. Vom Übertragungsnetz ist das viel dichtere Verteilnetz zu unterscheiden, das alle niedrigeren Spannungsebenen umfasst. In Deutschland gibt es 866 Verteilnetzbetreiber.

Bereits Ende Juni hatten laut Ministerium die drei anderen Investoren aus Norwegen, den Niederlanden und Singapur ihre Transaktion abgeschlossen. Ihr Anteil soll bis 2029 auf insgesamt 46 Prozent ansteigen. Der übrige Anteil von 28,9 Prozent verbleibt bei der niederländischen Tennet Holding und damit beim niederländischen Staat.

"Mit dem Transaktionsvollzug sichern wir den Ausbau des Stromübertragungsnetzes als kritische Infrastruktur ab und stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland", erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Dass neben der KfW auch drei private Investoren Anteile an Tennet Germany erwerben, sei Ausdruck der Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort. Der Vertrag über den Einstieg der KfW bei Tennet war Anfang Februar unterzeichnet worden. Danach mussten noch die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur den Einstieg genehmigen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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