Wirtschaft

Altlasten im Staatshaushalt Deutschlands Schuldenberg schrumpft

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"Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts statt", erklärt das Statistische Bundesamt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die gute Konjunktur und das niedrige Zinsniveau spielen dem deutschen Staat in die Hände. Besonders die Bundesländer konnten ihre Verbindlichkeiten abbauen. Nur Hamburg und Schleswig-Holstein kommen aus der Schuldenspirale nicht heraus.

Deutschland hat im ersten Halbjahr 2018 deutlich Schulden abgebaut. Wegen der guten Konjunktur ist der Schuldenberg um 46,5 Milliarden Euro geschrumpft. Das Statistische Bundesamt teilte mit, die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte sanken zur Jahresmitte um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit stand der Staat noch mit 1934,4 Milliarden Euro in der Kreide. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Statistik 2011. Grund ist die gute wirtschaftliche Entwicklung, die das Steuer- und Abgabenaufkommen steigert. Außerdem entlasten niedrige Zinsen auf der Kostenseite.

"Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts statt", erklärten die Statistiker. So sank die Verschuldung des Bundes um 21,0 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent auf 1223 Milliarden Euro. "Einen stärkeren Rückgang wiesen die Länder auf", betonte das Bundesamt. Hier nahmen die Verbindlichkeiten um 21,4 Milliarden Euro oder 3,6 Prozent auf 574,5 Milliarden Euro ab. Besonders hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (-19,5 Prozent), Baden-Württemberg (-15,9) und Bayern (-13,1). Hamburg (+2,0) und Schleswig-Holstein (+1,5) haben sich dagegen höher verschuldet. "In beiden Ländern waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank ein wesentlicher Grund für die Entwicklung", hieß es.

Der Schuldenstand der Kommunen verringerte sich um 4,1 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg (+0,4 Prozent) und des Saarlands (+0,2) konnten die Gemeinden der Länder ihre Schuldenstände verringern. Besonders kräftige Rückgänge gab es in Mecklenburg-Vorpommern (-10,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (-7,5), Sachsen (-7,1) und Thüringen (-6,9). Die Sozialversicherung war zum Ende des zweiten Quartals mit 403 Millionen Euro verschuldet, 7,1 Prozent oder 31 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. In der Statistik werden nur die Schulden gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich gezählt, also etwa gegenüber Banken und privaten Unternehmen.

Quelle: n-tv.de, tko/rts

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