Wirtschaft
Mittwoch, 17. August 2016

Preise steigen wieder: Die Kohle erlebt ein Comeback

China sorgt für einen Anstieg der Kohlepreise. Die Volksrepublik importiert wieder mehr und bringt laut Analysten die Preise in Gleichklang. Auch aus Japan und Südkorea gibt es eine wachsende Nachfrage.

Mit den Kohlepreisen geht es bergauf.
Mit den Kohlepreisen geht es bergauf.(Foto: picture alliance / dpa)

Die in den vergangenen Jahren stark gesunkenen Kohlepreise haben im laufenden Jahr eine überraschende Rally hingelegt. So stiegen die Preise für australische Kohle seit Mitte Juni um 35 Prozent auf fast 70 US-Dollar je Tonne - das war das höchste Niveau seit über einem Jahr.

Auslöser der Preisrally sind die überraschenden Importsteigerungen Chinas. Die Chinesen hätten damit den Markt wieder in Gleichklang gebracht, erklärten die Analysten von Goldman Sachs. Die Bank erhöhte ihre Preisprognosen für die Kohle aus dem australischen Newcastle. Noch im September vorigen Jahres hatten die Experten den Daumen für Kohle gesenkt.

Am Aktienmarkt haben zuletzt die Minenkonzerne Glencore und Anglo American von der Preisentwicklung profitiert. Allein in den vergangenen drei Monaten haben die Kurse beider Konzerne in London je mehr als 45 Prozent gewonnen. Der thailändische Konzern Banpu, der im asiatisch-pazifischen Raum aktiv ist, erklärte diese Woche, 2016 die Kohle für einen Durchschnittspreis von über 50 Dollar je Tonne verkaufen zu wollen. Zuvor hatte das Ziel bei 47 bis 48 Dollar gelegen.

Das Comeback der Kohle wird vor allem auch durch die Nachfrage aus Japan und Südkorea unterstützt. In Japan wird seit der Fukushima-Katastrophe 2011 aus Kohle wieder Strom gewonnen. Südkorea will bis 2022 20 neue Kohlekraftwerke errichten. Zugleich bleibt die Nachfrage aus China groß, wo der Stromverbrauch im Juli um 8,2 Prozent überraschend stark zum Vorjahr stieg.

Quelle: n-tv.de