Wirtschaft

Oxfam nennt auch Länder in Europa Drei deutsche Nachbarn sind Steueroasen

84332101.jpg

Ein Aktivist am "Tag der deutschen Steuergerechtigkeit" in Stuttgart.

(Foto: picture alliance / dpa)

Um Steuern zu sparen, müssen Unternehmen nicht in weit entfernte Länder ziehen. Mitten in Europa finden sich drei Nachbarländer Deutschlands, die bei der Steuerumgehung behilflich sind, sagt die Hilfsorganisation Oxfam.

Die Niederlande und die Schweiz gehören nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam zu den "schlimmsten Steueroasen" der Welt. Oxfam veröffentlichte unter der Überschrift "Steuerkämpfe" den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen demnach zur Steuerumgehung verhelfen und arme Länder so jährlich um Einnahmen von mindestens 100 Milliarden US-Dollar (rund 95 Mrd Euro) bringen. Das wäre den Angaben zufolge genug, um den 124 Millionen Kindern, die nicht zur Schule gingen, Bildung zu bieten, sowie durch medizinische Versorgung jedes Jahr den Tod von sechs Millionen Kindern zu verhindern.

Den ersten Platz auf der Liste belegt Bermuda, gefolgt von den Cayman-Inseln, den Niederlanden, der Schweiz und Singapur. Auf den weiteren Plätzen stehen Irland, Luxemburg, Curaçao, Hongkong, Zypern die Bahamas, Jersey, Barbados, Mauritius und die Britischen Jungferninseln.

Prüfkriterien waren extrem niedrige oder keine Unternehmenssteuern, die Gewährung übermäßig hoher Steueranreize und fehlende Mechanismen, um die Verlagerung von Firmengewinnen in andere Länder zu unterbinden.

In den vergangenen 25 Jahren seien die durchschnittlichen Firmensteuersätze in den G20-Ländern von 40 Prozent auf unter 30 Prozent gesunken. Oxfam rief deswegen Deutschland auf, als Präsidentschaftsland der Staatengruppe den Kampf gegen den Steuerwettlauf voranzutreiben.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa/rts

Mehr zum Thema