Wirtschaft

Corona-Krise beutelt Automarkt Dudenhöffer erwartet 18-Prozent-Einbruch

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Diese VWs und Audis warten in Emden auf den Export - doch viele der Autos werden nur noch schwer neue Besitzer finden.

(Foto: imago images/Markus van Offern)

Die Corona-Krise stürzt weite Teile der Wirtschaft in die Krise, besonders trifft es die konjunkturabhängige Autoindustrie. Experte Dudenhöffer sagt nun, wie groß der zu erwartende Einbruch sein dürfte.

Als Folge der Corona-Pandemie könnte der internationale Automobilmarkt in diesem Jahr um 18 Prozent auf einen Gesamtabsatz von nur noch 65 Millionen Pkw schrumpfen. Das sagte der Automobilmarkt-Analyst Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen der Zeitung "Welt". Demnach würden alle wichtigen Automobilmärkte im Vergleich zu 2019 um zweistellige Prozentsätze zurückgehen.

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht schwere Zeiten auf die Autoindustrie zukommen.

(Foto: Bernd Thissen/dpa/Archiv)

Am stärksten betroffen seien Frankreich und Italien mit einem Minus von jeweils 25 Prozent, Spanien mit 22 Prozent sowie Deutschland, die USA und Mexiko mit jeweils 20 Prozent. Für den weltgrößten Automobilmarkt China erwarte Dudenhöffer einen Rückgang des Fahrzeugabsatzes um rund 15 Prozent.

Im europäischen Markt erwarte Dudenhöffer besondere Probleme. "Nach unserer Einschätzung sind bei Autobauern und Zulieferern zwei Millionen Fahrzeuge Überkapazität im Automarkt in Europa vorhanden", sagte er. Für dieses Jahr rechne er in Europa mit einem Absatz von 13 Millionen Fahrzeugen, bis zum Jahr 2025 mit einer Steigerung auf 14,6 Millionen Pkw. Zum Vergleich: 2019 seien am europäischen Markt 15,8 Millionen Autos verkauft worden.

Ein strukturierter Abbau von Überkapazitäten ist Dudenhöffer zufolge unumgänglich. "Man muss über die pauschalen Staatshilfen und Liquiditätspakete nachdenken", sagte er der Zeitung. "Die Gießkannen-Methode von heute hat große wirtschaftliche Nebenwirkungen zur Folge. Erstens steigt die Verschuldung, damit wird der Aufholprozess länger. Zweitens verliert man Zeit, um die Wirtschaft an die veränderten Marktbedingungen anzupassen." Aus Dudenhöffers Sicht komme es vor allem darauf an, die Nachfrage nach Automobilen anzukurbeln und gleichzeitig den Strukturwandel in der Branche voranzutreiben.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ