Wirtschaft

"Geopolitische Verwerfungen" "Dunkle Wolken" trüben Konjunkturaussichten

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Weltwirtschaftsforum-Präsident Brende sieht jede Menge "geopolitische Verwerfungen".

(Foto: picture alliance / Laurent Gilli)

Handelsstreitigkeiten, Shutdown, Schuldenkrisen: Die Weltwirtschaft kämpft gegen viele negative externe Faktoren. Experten erwarten auch keine schnelle Besserung der Lage. Deutschland braucht sich dennoch keine Sorgen zu machen - vorerst.

Das Weltwirtschaftsforum sieht die globale Konjunktur schwerwiegenden Bedrohungen ausgesetzt. "Das globale Wachstum verlangsamt sich, es gibt viele dunkle Wolken da draußen", sagte Forum-Präsident Borge Brende der "Süddeutschen Zeitung". Er sprach von "geopolitische Verwerfungen, die die Welt vergiften". Es gebe zudem kaum Spielraum der Notenbanken gegenzusteuern.

Ferner könnten die Regierungen nicht mehr mit höheren Staatsausgaben reagieren. "Deutschland und Norwegen könnten sich vielleicht noch höhere Staatsausgaben leisten, aber fast alle anderen Länder sind doch überschuldet", ergänzte der frühere norwegische Außenminister laut Vorabbericht. Ferner gebe es große Herausforderungen in China, wo sich die Konjunktur abkühlt. "Es besteht die vage Hoffnung, dass wir noch zwei bis drei Jahre mit Wirtschaftswachstum vor uns haben, vorausgesetzt, es gibt keine größeren geopolitischen Zwischenfälle oder einen Handelskrieg", prognostizierte Brende für die Weltwirtschaft.

Am Dienstag beginnt das Weltwirtschaftsforum der internationalen Finanzelite im schweizerischen Davos. Es ist in diesem Jahr nicht so hochkarätig besetzt wie zuletzt. Aus dem Kreis der sieben größten Industrienationen sind nur drei Regierungschefs vertreten, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Fehlen werden US-Präsident Donald Trump, der wegen des Haushaltsstreits in Washington seine Teilnahme abgesagt hat, sowie sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron, der durch die Protestbewegung der "Gelbwesten" unter Druck steht.

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Quelle: n-tv.de, nad/rts