Wirtschaft

Griechisches Bankensystem ESM-Chef warnt vor Kollaps

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Klaus Regling im Gespräch mit IWF-Chefin Christine Lagarde.

(Foto: REUTERS)

Nach Ansicht von Klaus Regling ist das dritte Hilfsprogramm für Griechenland nötig, weil sonst das dortige Bankensystem zusammenbrechen würde. Die vier größten griechischen Banken bezeichnete der ESM-Chef als systemrelevant - auch für die Eurozone.

Scheitert ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland, werden das die dortigen Großbanken nach den Worten von ESM-Chef Klaus Regling nicht überleben. Sollten die Verhandlungen scheitern, werde "das griechische Bankensystem zusammenbrechen", sagte er in der ARD.

Die vier größten Geldhäuser des Landes bezeichnete der Chef des europäischen Rettungsfonds als systemrelevant. Wenn diese vier Banken Bankrott gingen, so Regling, werde dies "schwerwiegende Auswirkungen nicht nur für Griechenland selbst - dort natürlich katastrophale Auswirkungen -, sondern auch für den Euroraum insgesamt haben".

Regling antwortete damit auf die Frage, ob ein Ausstieg Griechenlands aus der gemeinsamen Währung eine Bedrohung für die Finanzstabilität der Eurozone darstellen würde. Solch ein Risiko ist nämlich die Vorbedingung dafür, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) aktiv wird.

Der ESM, an dessen Spitze der deutsche Spitzenbeamte steht, würde Griechenland in den kommenden drei Jahren mit rund 50 Milliarden Euro unterstützen müssen. Insgesamt haben die Finanzminister der Euro-Staaten den Bedarf Athens auf 86 Milliarden Euro veranschlagt. Neben dem ESM wird sich auch der Internationale Währungsfonds IWF, so die Erwartung der Europäer, weiter an der Finanzierung der Griechen beteiligt.

In der Nacht hatten die griechischen Abgeordneten für das Spar- und Reformpaket gestimmt. Das Parlament in Athen erfüllte damit die Bedingungen für den Start der Gespräche über das dritte Hilfspaket.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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