Wirtschaft

Zölle belasten HandelEU-Exporte in die USA brechen ein

28.05.2026, 17:15 Uhr
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Sie vereinbarten im vergangenen Sommer den Zolldeal: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump. (Archivbild) (Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa)

Der Zollstreit zwischen den USA und der Europäischen Union hinterlässt Spuren: Im ersten Quartal des Jahres verkaufen Europas Unternehmen 30 Prozent weniger Güter in die USA als im Vorjahr. In der umgekehrten Richtung liegen die Rückgänge nur bei rund sechs Prozent.

EU-Länder haben im ersten Quartal 30,4 Prozent weniger Waren in die USA exportiert als im Vorjahreszeitraum. Dennoch blieben die USA mit einem Anteil von 18,6 Prozent an allen Exporten das wichtigste Exportziel der EU - dem Zoll-Streit zum Trotz, wie aus Zahlen des Statistikamtes Eurostat hervorgeht. Den Angaben zufolge exportierte die EU im Zeitraum zwischen Januar und März dieses Jahres Waren im Wert von 119,4 Milliarden Euro in die USA.

Auch die Exporte in andere Länder sanken. So wurden 8,2 Prozent weniger in die Türkei und 7,9 Prozent weniger nach China exportiert. Insgesamt exportierte die EU Waren im Wert von 640,5 Milliarden Euro an Nicht-EU-Länder. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gingen die Exporte demnach um 8,8 Prozent zurück.

Mit einem Anteil von 13,8 Prozent und exportierten Waren im Wert von 88,7 Milliarden Euro war Großbritannien nach den USA der zweitwichtigste Exportpartner der EU. Darauf folgten die Schweiz, China und die Türkei.

Auch Importe nehmen ab

Nicht nur die Exporte, auch die Importe nahmen im ersten Jahresquartal ab. Waren im Wert von 627,8 Milliarden Euro wurden eingeführt (minus 3,3 Prozent). Aus der Türkei nahmen die Einfuhren um 7,5 Prozent, aus den USA um 5,7 Prozent und aus Großbritannien um 3,4 Prozent ab.

Mit einem Anteil von 23,1 Prozent aller Importe war China mit 145,3 Milliarden der wichtigste Lieferant der EU. Darauf folgten die USA, Großbritannien, die Schweiz und die Türkei.

Brüssel lenkt im Zollstreit mit den USA ein

Zwischen den USA und der Europäischen Union schwelt seit mehr als einem Jahr ein Zoll-Streit. US-Präsident Donald Trump drohte der EU mit Strafzöllen. Um einen Handelskrieg abzuwenden, ließ sich die EU im vergangenen Sommer auf ein umstrittenes Zoll-Abkommen ein. Erst vergangene Woche machten EU-Vertreter nach einem Ultimatum Trumps den Weg für dessen vollständige Umsetzung frei.

Mit dem Zolldeal war es der EU gelungen, einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Gleichzeitig musste die Staatengemeinschaft aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter machen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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