Wirtschaft

Illegale Absprachen bei Banken? EU-Kommission prüft Staatsanleihen-Kartell

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Die EU-Kommission hat acht Banken im Blick, zwischen denen illegale Absprachen gelaufen sein könnten.

(Foto: imago/Michael Kneffel)

Gleich acht Banken stehen unter Verdacht, wirtschaftlich sensible Informationen ausgetauscht und ihre Handelsstrategien abgestimmt zu haben. In den Augen der EU-Kommission ein schwerer Verstoß gegen das Kartellrecht, der eine Milliardenstrafe nach sich ziehen könnte.

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen acht Banken wegen illegaler Absprachen beim Handel mit europäischen Staatsanleihen ins Visier. Die Geldinstitute hätten zwischen 2007 und 2012 unerlaubterweise Informationen ausgetauscht, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Um welche Banken es sich handelt, gab sie nicht bekannt.

Bei den Absprachen sei es um Anleihen von Euro-Staaten gegangen, hieß es weiter. Die Ermittlungen richteten sich gegen einzelne Wertpapierhändler, erklärten die Wettbewerbshüter weiter. Die Wertpapierhändler der Geldinstitute hätten untereinander wirtschaftlich sensible Informationen ausgetauscht und ihre Handelsstrategien abgestimmt. Die Absprachen seien überwiegend über Internet-Chatrooms getätigt worden.

Milliardenstrafe droht

Es ließe sich nicht daraus schließen, dass illegale Absprachen generell im Handel mit Staatsanleihen üblich seien. Sollte sich die vorläufige Auffassung der Kommission bestätigen, würden das einen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht darstellen, nach dem aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen wie Preisabsprachen untersagt sind.

Es handele sich um eine vorläufige Auffassung, so die EU-Kommission weiter. Die Betroffenen bekommen nun die Gelegenheit, sich zu verteidigen. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht ihnen eine Strafe in Milliardenhöhe.

In Kartellverfahren können Strafen teils deutlich reduziert werden, wenn die Betreffenden mit der EU-Kommission kooperieren. Durch die sogenannte Kronzeugenregelung kann zudem das Unternehmen, welches das Kartell anzeigt, straffrei davonkommen.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/DJ

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