Wirtschaft

Razzia auch in Deutschland EU deckt Milliarden-Steuerbetrug auf

Laut der Europäischen Staatsanwaltschaft reicht das kriminelle Netzwerk hinter dem Mehrwertsteuerbetrug bis in die Vereinigte Arabischen Emirate, Mauritius, China und USA.

Laut der Europäischen Staatsanwaltschaft reicht das kriminelle Netzwerk hinter dem Mehrwertsteuerbetrug bis in die Vereinigten Arabischen Emirate, Mauritius, China und USA.

(Foto: imago images/Horst Galuschka)

Der Europäischen Staatsanwaltschaft und Europol gelingt ein Schlag gegen ein internationales Netzwerk von Steuerbetrügern. Sie sollen den Fiskus um rund 2,2 Milliarden Euro geprellt haben. Dabei nutzten sie ein bekanntes System.

Die Europäische Union hat nach eigenen Angaben einen internationalen Steuerbetrug im Umfang von geschätzt 2,2 Milliarden Euro aufgedeckt. An dem "vermutlich größten jemals in der EU ermittelten Mehrwertsteuerbetrug" seien mehr als 600 Menschen beteiligt gewesen, teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) mit. In 14 Ländern, unter anderem Deutschland, Frankreich und Spanien, gab es an diesem Dienstag Razzien.

Die Ermittler deckten nach eigenen Angaben ein Netzwerk "krimineller Aktivitäten" auf, das in 26 der 27 EU-Mitgliedstaaten und weiteren Ländern aktiv war. Das Netzwerk reichte bis nach Albanien, China, Mauritius sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA.

Die Europäische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen vor eineinhalb Jahren aufgenommen, nachdem portugiesische Behörden sie kontaktiert hatten. Dabei ging es um eine Firma in der portugiesischen Stadt Coimbra, die Handys und andere elektronische Geräte verkaufte und wegen Mehrwertsteuerbetrugs verdächtigt wurde.

Mehrwertsteuerkarussell kostet EU 50 Milliarden jährlich

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Die EPPO, Europol und nationale Behörden stießen auf ein weit verzweigtes Betrugssystem mit etwa 9000 beteiligten Unternehmen. Diese Kette umfasste Unternehmen, die als Lieferanten von Elektronikgeräten fungierten, und andere, die diese Geräte online verkauften und gleichzeitig von den nationalen Behörden Mehrwertsteuerrückerstattungen einforderten, bevor sie diese Einnahmen ins Ausland weiterleiteten und verschwanden.

Dieses sogenannte Mehrwertsteuerkarussell kostet die Europäische Union nach Schätzungen von Europol jährlich fast 50 Milliarden Euro. An diesem Betrug sind mehrere Unternehmen beteiligt, die in mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten ansässig sind. Er besteht darin, den Abzug oder die Erstattung der Mehrwertsteuer auf eine innergemeinschaftliche Warenlieferung zu erhalten, obwohl diese Mehrwertsteuer nicht an die zuständige Steuerbehörde abgeführt wurde. Die EPPO, der 22 der 27 EU-Mitgliedstaaten angehören, ist für Betrugsfälle zuständig, die den Haushalt der Union betreffen.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP

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