Wirtschaft

Anpassung nach Strategiewechsel EZB-Chefin kündigt weitere Änderungen an

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Die nächste Zinssitzung der EZB wird "ein wichtiges Treffen", sagt Christine Lagarde.

(Foto: REUTERS)

In der vergangenen Woche runderneuerte die Europäische Zentralbank ihre Strategie. Wie EZB-Präsidentin Lagarde nun durchsickern lässt, müssen deswegen noch einige Anpassungen vorgenommen werden. So wollen die Euro-Wächter etwa ihre geldpolitischen Prognosen auf den Prüfstand stellen.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat für die nächste Zinssitzung in etwa eineinhalb Wochen einige Änderungen angedeutet. Für die Sitzung am 22. Juli seien interessante Abwandlungen und Veränderungen zu erwarten, sagte sie dem Fernsehsender Bloomberg TV am Rande des G20-Gipfels. "Es wird ein wichtiges Treffen."

"Es wird eine Prüfung der Forward Guidance geben", sagte Lagarde Bloomberg TV in einem in der Nacht zum Montag gesendeten Interview. Denn diese müsse an den gerade abgeschlossenen Strategiecheck angeglichen werden. "Mein Gefühl sagt mir, dass wir uns weiter danach richten werden, günstige Finanzierungsbedingungen in unseren Volkswirtschaften zu bewahren", fügte Lagarde hinzu.

Die EZB wolle die konjunkturelle Erholung unterstützen, die im Gange sei. "Ja, es wird einige interessante Variationen und Veränderungen geben", merkte sie an. Unter "Forward Guidance" wird der geldpolitische Ausblick einer Notenbank verstanden. Bei der EZB enthält er unter anderem Aussagen zum voraussichtlichen Ende der billionenschweren Notfall-Anleihenkäufe und Angaben dazu, unter welchen Bedingungen die Leitzinsen künftig wieder steigen werden.

Klimaschutz stärker im Fokus

In der vergangenen Woche hatte die Notenbank ihre geldpolitische Strategie angepasst. Neben einem neuen Inflationsziel wurde beschlossen, Klimaaspekte stärker in der Geldpolitik zu berücksichtigen und die Kosten des selbstgenutzten Wohneigentums perspektivisch in die Inflationsrate einfließen zu lassen. Zudem will die EZB ihre Kommunikation vereinfachen.

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Letzteres könnte sich in der Erklärung zum Zinsentscheid niederschlagen. Das Corona-Krisenprogramm Pepp, mit dem die EZB vor allem Staatsanleihen der Euroländer erwirbt, soll laut Lagarde wie geplant bis "mindestens" März 2022 fortgeführt werden. Danach könnte es in ein neues Format überführt werden, sagte die Französin, ohne dies näher zu erläutern. Einige Notenbanker haben bereits vorgeschlagen, Teile oder Aspekte des 1,85 Billionen Euro umfassenden Programms nach dessen Auslaufen in die allgemeinen Wertpapierkäufe der Notenbank zu überführen.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage zeigte sich Lagarde moderat optimistisch. Bedenken löse bei ihr die rasche Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus aus. "Wir müssen sehr flexibel sein und dürfen nicht die Erwartung wecken, dass der Ausstieg in den nächsten Wochen oder Monaten erfolgt", sagte sie mit Blick auf die nicht erst seit der Pandemie extrem lockere Geldpolitik der EZB.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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