Wirtschaft
EZB-Chef Mario Draghi: Beobachter gehen davon aus, dass die EZB bei ihrer Oktober-Sitzung den Leitzins unverändert bei null Prozent belässt.
EZB-Chef Mario Draghi: Beobachter gehen davon aus, dass die EZB bei ihrer Oktober-Sitzung den Leitzins unverändert bei null Prozent belässt.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 26. Oktober 2017

Zins-Entscheid im Euroraum: EZB dürfte Anleihenkäufe drosseln

Kritiker des Anleihen-Programms der EZB heben die Augenbrauen: Experten erwarten, dass die Euro-Währungshüter bei ihrer anstehenden Sitzung das Volumen der Anleihenkäufe deutlich verringern wird. Ist das das Ende der lockeren Geldpolitik?

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird auf ihrer Zinssitzung in Frankfurt voraussichtlich wichtige Weichen in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik stellen. Volkswirte erwarten, dass der Rat der Notenbank beschließen wird, ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Anleihen-Programm ab Januar 2018 zu drosseln.

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Das Kaufprogramm gilt aufgrund der seit Jahren ausgereizten Zinspolitik als das derzeit schärfste Schwert der Euro-Wächter gegen eine aus ihrer Sicht immer noch zu niedrige Inflation. Der Leitzins der Eurozone liegt seit März 2016 bei null Prozent. Niemals zuvor hatten sich Notenbanker in Europa an eine solche extreme Niedrigzinspolitik gewagt.

Was passiert mit dem Leitzins?

Da die Konjunktur in der Eurozone wieder besser läuft, kann die Wirtschaft Ökonomen zufolge mittlerweile mit etwas kleineren EZB-Geldspritzen zurechtkommen. Viele Experten erwarten konkret, dass die EZB entscheiden wird, die Anleihenkäufe zwar bis September 2018 zu verlängern, gleichzeitig aber das monatliche Volumen auf 30 Milliarden Euro zu halbieren.

An den Leitzinsen dürften die EZB-Ratsmitglieder um EZB-Chef Mario Draghi unterdessen - den Erwartungen zufolge - nicht rütteln. Damit weitet sich die Zinsschere zwischen Dollarraum und Eurozone weiter aus: In den USA hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins bereits im Dezember 2015 angehoben.

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Quelle: n-tv.de