Wirtschaft

Kriterien wohl nicht erfüllt EZB stellt keine Zinserhöhung in Aussicht

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Stand dem Ausschuss des EU-Parlaments Rede und Antwort: EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

(Foto: picture alliance / AA)

Die Inflation erweist sich als langwieriger als gedacht: EZB-Präsidentin Lagarde hält eine Zinsanhebung im kommenden Jahr für unwahrscheinlich. Demnach werden die Voraussetzungen dafür wohl nicht erfüllt werden.

Die Phase erhöhter Inflation im Euroraum könnte laut der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, länger als erwartet andauern. Zwar gehe die Notenbank weiter davon aus, dass die Lieferkettenprobleme im Laufe des kommenden Jahres schrittweise nachließen, sagte Lagarde in einer Anhörung vor einem Ausschuss des Europaparlaments laut Redetext. "Doch der Rückgang wird länger dauern als ursprünglich gedacht", fügte sie hinzu.

Zudem stellte die EZB-Präsidentin weiter keine Leitzinserhöhung in Aussicht. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Bedingungen für eine Zinsanhebung im kommenden Jahr erfüllt seien, sagte Lagarde. Man rechne weiterhin eine Abschwächung der Inflation im kommenden Jahr. Diese werde aber langsamer vorangehen als ursprünglich erwartet.

Lagarde machte erneut die steigenden Energiepreise und Angebotsengpässe für den Anstieg der Inflation verantwortlich. Die EZB sehe jedoch kein großes Risiko, dass steigende Löhne zu einem nachhaltigen Anstieg der Inflation führen könnten. "Insgesamt gehen wir weiterhin davon aus, dass die Inflation mittelfristig unter unserem neuen symmetrischen Zwei-Prozent-Ziel bleibt", sagte Lagarde.

Die Inflationsrate lag im Oktober in der Eurozone mit 4,1 Prozent merklich über dem Zielwert. Gleichzeitig lasse das Wirtschaftswachstum aufgrund der Versorgungsengpässe und des Anstiegs der Energiepreise etwas nach, so die Notenbank-Chefin. Sie verweist zudem auf die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie. Zuletzt sind die Infektionszahlen in vielen Staaten der Eurozone deutlich gestiegen und es wurden neue Restriktionen beschlossen.

Damit bekräftigte Lagarde jüngste Aussagen. Zuletzt gab es an den Finanzmärkten immer wieder Spekulationen, dass die EZB schon 2022 ihre Zinsen anheben könnte. Dabei hat die EZB noch nicht einmal beschlossen, ihr Corona-Notprogramm PEPP, mit dem sie festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen kauft, zu beenden. Lagarde hat zwar in Aussicht gestellt, dass PEPP wie geplant Ende März 2022 endet. Zuletzt haben eine Reihe von kleineren Notenbanken bereits mit Zinserhöhungen begonnen.

Quelle: ntv.de, ses/rts/dpa

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