Wirtschaft

Einbußen stärker als erwartet Einzelhandel ringt weiter mit der Krise

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Umsatzbereinigt nahmen die Einzelhändler 2,2 Prozent weniger ein als im Vormonat.

(Foto: imago images/Alexander Pohl)

Die Folgen der Corona-Pandemie lassen den deutschen Einzelhandel taumeln. Die Umsätze bleiben in vielen Bereichen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der beschlossene Teil-Lockdown wird die Probleme voraussichtlich noch verschärfen. Der Online-Handel dagegen boomt.

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im September stärker gefallen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, sanken die Umsätze nach Abzug der Inflation um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten nur einen Rückgang um 0,8 Prozent prognostiziert. Für August wurde der monatliche Anstieg um 1,8 Prozent bestätigt. Auf Jahressicht stiegen die Umsätze im September preisbereinigt um 6,5 Prozent.

Einige Teile der Branche wurden von der Corona-Krise kalt erwischt: So liegt der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren noch real 7,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Internet- und Versandhandel boomt hingegen: Er kam auf ein Wachstum von satten 21,2 Prozent.

Der Handelsverband Deutschland sieht angesichts des Teil-Lockdowns allerdings neue Probleme auf die Einzelhändler zukommen. Zwar könnten sie ihre Geschäfte weiter offen halten, wegen der Kontaktbeschränkungen dürften aber deutlich weniger Menschen in die Innenstädte kommen. Mietkosten liefen weiter, während die Umsätze dann fehlten.

Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September real um 2,8 höher. Der Einzelhandel macht rund 25 Prozent des privaten Konsums in Deutschland aus. Die Daten zum Einzelhandel unterliegen sehr häufig größeren Revisionen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts/DJ