Wirtschaft

Vorbereitung auf Prozess Elon Musk fordert Einsicht in Twitter-Unterlagen

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Musk twittert viel, kaufen will er den Dienst aber nicht mehr.

(Foto: REUTERS)

Die Absage der Twitter-Übernahme beschert Elon Musk einen Prozess, der teuer für ihn werden könnte. Doch so einfach will sich der Milliardär nicht geschlagen geben. Laut US-Gerichtsdokumenten verlangt er nun Einsicht in Akten von Twitter-Mitgründer Dorsey. Es geht wieder einmal um Spam-Konten.

Im Streit um eine Übernahme von Twitter hat High-Tech-Milliardär Elon Musk Unterlagen vom Mitbegründer und früheren Chef des Online-Dienstes, Jack Dorsey, verlangt. Wie aus am Montag veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervorgeht, hat Musk von Dorsey sämtliche Unterlagen und Nachrichten zu der im April beschlossenen Übernahmevereinbarung sowie zur Frage der Zahl von Spam- oder Fake-Konten bei Twitter und zur Berechnung aktiver Nutzer angefordert.

Mit der rechtlich bindenden Anordnung will Musk alle entsprechenden Unterlagen von Dorsey seit Anfang 2019 erhalten. Der Gründer und Chef des Elektroautobauers Tesla sammelt damit weiter Material für den auf Oktober angesetzten Prozess um die Frage, ob er Twitter übernehmen muss oder sich aus dem Geschäft zurückziehen kann.

Musk hatte im April eine Übernahme von Twitter für 44 Milliarden Dollar angekündigt. Anfang Juli ließ Musk den Deal jedoch wegen angeblich "falscher und irreführender" Angaben des Kurzbotschaftendienstes platzen. Hintergrund ist die Zahl von Spam- oder Fake-Konten auf Twitter. Musk wirft der Plattform vor, die tatsächliche Zahl der Nutzer zu hoch zu beziffern.

Twitter hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Online-Plattform wirft Musk vor, sich mit einem Vorwand aus der Vereinbarung zurückziehen zu wollen, weil er eine Übernahme nicht mehr als lohnend erachte. Twitter ist vor Gericht gezogen, um den reichsten Menschen der Welt zum Vollzug der Übernahme zu zwingen.

Der Prozess beginnt am 17. Oktober vor einem spezialisierten Gericht im Bundesstaat Delaware an der US-Ostküste. Beobachter halten eine gerichtliche Niederlage des Tesla-Gründers für durchaus denkbar. Möglich wäre auch, dass der Multimilliardär Twitter eine in der Vereinbarung vorgesehene Vertragsstrafe von bis zu einer Milliarde Dollar zahlen muss.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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