Wirtschaft

Um "Notverkauf zu vermeiden" Musk verkauft Tesla-Aktien für fast sieben Milliarden Dollar

Jetzt im Rechtsstreit: Online-Dienst Twitter und Tech-Milliardär Elon Musk.

Im Oktober trifft Musk die Vertreter seines langjährigen Lieblingsnetzwerks vor Gericht.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Nach eigenem Bekunden will Elon Musk Twitter nicht, wie im Frühjahr geplant, kaufen. Möglicherweise wird ihn Twitter mithilfe der Justiz jedoch dazu zwingen. Um finanziell für diesen Fall gerüstet zu sein, stößt Musk ein großes Tesla-Aktienpaket ab.

Im Zusammenhang mit dem Übernahmestreit mit Twitter hat der US-Milliardär Elon Musk von seinem Elektroautokonzern Tesla Aktien im Wert von fast sieben Milliarden Dollar (6,85 Milliarden Euro) verkauft. Wie aus Dokumenten hervorgeht, die die US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichte, verkaufte Musk zwischen vergangenem Freitag und diesem Dienstag rund 7,9 Millionen Tesla-Aktien.

Musk stellte auf Twitter klar, dass der Tesla-Aktienverkauf mit dem Übernahmestreit mit dem Kurzbotschaftendienst zusammenhängt. "Für den (hoffentlich unwahrscheinlichen) Fall, dass Twitter den Abschluss dieses Deals erzwingt und einige Kapitalpartner nicht mitgehen, ist es wichtig, einen Notverkauf von Tesla-Aktien zu vermeiden", schrieb der Unternehmer.

Musk hatte im April eine Übernahme von Twitter für einen Preis von 44 Milliarden Dollar angekündigt und in Vorbereitung darauf Tesla-Aktien im Wert von 8,5 Milliarden Dollar verkauft. Damals twitterte er: "Nach heute keine weiteren Tesla-Verkäufe mehr geplant."

Mögliche Vertragsstrafe von einer Milliarde Dollar

Am 8. Juli ließ Musk den Twitter-Deal jedoch wegen angeblich "falscher und irreführender" Angaben des Kurzbotschaftendienstes platzen. Der reichste Mensch der Welt wirft Twitter insbesondere vor, eine zu niedrige Zahl von Spam- oder Fake-Konten auf der Plattform ausgewiesen zu haben. Twitter bezeichnete diese Begründung als "Heuchelei" und will Musk gerichtlich zum Vollzug des vertraglich vereinbarten Kaufs zwingen. Musk reichte am vergangenen Donnerstag Gegenklage ein, um sich gegen Twitters Versuch, ihn zum Kauf zu zwingen, zu wehren.

Er argumentierte in der Klageschrift, dass die tatsächliche Zahl der Nutzer, denen auf der Plattform Werbung angezeigt werden kann, weit unter der vom Unternehmen angegebenen Zahl liege. Twitter habe zudem Informationen zurückgehalten, um zu verhindern, "dass der Betrug aufgedeckt werde", hieß es weiter.

Die Twitter-Führung wies Musks Vorwürfe als unzutreffend und unglaubwürdig zurück und bekräftigte, dass sie die angekündigte Übernahme durch Musk auch gegen dessen Widerstand durchsetzen will. Beobachter halten eine gerichtliche Niederlage des Tesla-Gründers für durchaus denkbar. Dann müsste er die versprochenen 44 Milliarden Dollar aufbringen und ein Übernahmeangebot an die Twitteraktionäre zum vereinbarten Preis machen. Möglich wäre auch, dass der Multimilliardär Twitter eine in der Vereinbarung vorgesehene Vertragsstrafe von bis zu einer Milliarde Dollar zahlen muss.

Quelle: ntv.de, AFP/mbo

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