Wirtschaft

Zu teures Obst und Gemüse Erdogan kämpft gegen "Lebensmittel-Terror"

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Der türkische Präsident Erdogan befindet sich im Wahlkampfmodus.

(Foto: REUTERS)

Im Januar kosteten Lebensmittel in der Türkei im Schnitt knapp 31 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die massive Verteuerung von Obst und Gemüse verärgert nicht nur die Bürger, sondern zusehends auch ihren Präsidenten. In wenigen Wochen stehen Wahlen an.

Vor den Kommunalwahlen Ende März straft die türkische Regierung "gierige" Gemüsehändler mit Bußgeldern von insgesamt zwei Millionen Türkische Lira (etwa 330.000 Euro) ab. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, dass die Regierung wegen überhöhter Preise für Obst und Gemüse Kontrollen auf Märkten veranlasst habe. Man habe die Einkaufs- mit den Verkaufspreisen vergleichen lassen.

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Insgesamt 88 Firmen hätten ihre Produkte zu teuer verkauft, darunter Gurken, Knoblauch und Kartoffeln. Das Gemüse-Thema wächst sich zu einem neuralgischen Punkt des Wahlkampfes aus. Die Türkei leidet unter einer Teuerungsrate von mehr als 20 Prozent, und die schlechte wirtschaftliche Lage könnte die regierende AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Kommunalwahl Stimmen kosten.

Besonders teuer wurden Lebensmittel. Im Januar 2019 kosteten sie im Durchschnitt 30,97 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei einigen Gemüsesorten waren es bis zu 88 Prozent mehr. Bei ihren Markt-Stichproben wollen die Behördenvertreter laut "Hürriyet" allerdings Preisaufschläge von 100 bis 800 Prozent entdeckt haben.

"Freie Marktwirtschaft?", donnerte Erdogan während einer Wahlkampfrede in Denizli, als er das Thema wieder einmal aufgriff. "Macht das jemand anderem weis." Die Bußgelder sind eine Maßnahme im Kampf gegen den "Lebensmittel-Terror", wie Erdogan es jüngst genannt hatte. Experten halten die Krise für mehrheitlich hausgemacht - die Regierung macht gerne Händler oder "auswärtige Kräfte" verantwortlich. Mitte Februar hatte sie begonnen, in Ankara und Istanbul Gemüse zu Einkaufspreisen abzugeben. Erdogan kündigte nun an, die Aktion auszudehnen, sollten die Preise nicht fallen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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