Wirtschaft

"Die Eurozone wird entzweit" Euro schwankt heftig nach Hellas-Einigung

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Kurz vor 9 Uhr trifft die Nachricht von der Einigung im Schuldenstreit ein - der Euro steigt erst rasant, dann fällt er.

Ist der womöglich in letzter Minute verhinderte Grexit nun positiv oder negativ für den Euro? Am Devisenmarkt scheint darüber noch keine Klarheit zu herrschen - dementsprechend stark geht es erst hoch, dann runter mit dem Euro. Die Suche nach Erklärungen beginnt.

Heftig bewegt wird Europas Gemeinschaftswährung durch die Einigung im griechischen Schuldenstreit: Kurz nach deren Bekanntwerden am Morgen erhielt der Euro kurz Auftrieb und stieg bereits nah an die 1,12-Dollar-Marke heran. Der Euro konnte sein zwischenzeitliches Hoch von 1,1196 Dollar aber nicht halten und fiel anschließend um mehr als einen US-Cent auf bis zu 1,1054 Dollar. Griechenland und seine Gläubiger hatten sich nach einer Marathonsitzung auf Bedingungen für weitere Finanzhilfen geeinigt und damit eine Pleite des Mittelmeer-Anrainers sowie sein mögliches Ausscheiden aus der Euro-Zone - den sogenannten Grexit - vorerst abgewendet.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Die Verhandlungen um Griechenland hätten "überdeutlich" die politischen Risiken der Rettung Griechenlands aufgezeigt, sagt Andreas Paciorek von CMC Markets. "Deutschland wird zunehmend isoliert, die Eurozone wird entzweit und kommende Wahlergebnisse könnten diesen Bruch noch vertiefen", sagt der Marktanalyst. Die Eurozone komme damit nicht wirklich gestärkt aus den Verhandlungen.

Grundsätzlich sei der Deal zwar positiv für den Euro, sagte Ian Gunner, Portfolio-Manager des Altana Hard Currency Fund. "Allerdings räumt er ein potenzielles Hemmnis für die geplante Fed-Zinserhöhung aus dem Weg." Dies gebe dem Dollar Auftrieb.

Nun richten Investoren ihren Blick auf die halbjährliche Anhörung von US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Kongress am Mittwoch. Von ihren Aussagen erhoffen sie sich Hinweise darauf, wann die Fed die Zinswende einleitet. In den vergangenen Wochen schwankten die Prognosen der Börsianer meist zwischen September und Jahresende 2015.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/DJ

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