Wirtschaft

Erleichterung an Finanzmärkten Euro steigt nach Frankreichwahl

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Eine drohende Stichwahl von Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon galt unter Volkswirten als Horrorszenario.

(Foto: REUTERS)

Vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl befürchten Volkswirte eine Stichwahl zwischen den Euro-Gegnern Le Pen und Mélenchon. Nachdem dieses Horrorszenario abgewendet ist, schießt die Gemeinschaftswährung nach oben.

Der Euro hat nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl deutlich an Wert gewonnen. Allerdings hielt sich die erste Euphorie der ersten Handelsstunden am Devisenmarkt nicht. Zuletzt kostete ein Euro mit 1,0840 Dollar zwar rund ein Prozent mehr als am Freitagabend - im Vergleich zum Höchststand kurz nach Start des asiatischen Handels musste die europäische Gemeinschaftswährung aber wieder etwas Federn lassen. In der ersten Euphorie über den Ausgang der ersten Wahlrunde in Frankreich war der Euro bis auf 1,0933 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit fast fünf Monaten gestiegen.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,11

Auch unter Finanzmarktexperten sorgte der erste Wahlgang für Erleichterung - sie hatten eine Stichwahl zwischen den Euro-Gegnern Le Pen und Mélenchon gefürchtet. "Es ist nicht zu einem Horror-Ergebnis gekommen, das die Stabilität der Währungsunion bedroht hätte", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank: "Es werden nicht Links- und Rechtsradikale gemeinsam in die zweite Runde gehen. Das ist sehr gut." Dass Le Pen nicht stärker als in den Umfragen abgeschnitten habe, senke die Risiken, dass es in der entscheidenden Runde schief gehen könnte, sagte Krämer. "Deshalb gehen wir davon aus, dass Macron neuer Präsident wird."

Le Pen lehnt den Euro ab und befürwortet die Rückkehr zu nationalen Währungen. Macron dagegen ist ein Befürworter der EU und der Euro-Zone, er hat sich aber auch kritisch über die deutsche Exportstärke geäußert. Dennoch war er von deutschen Regierungsmitgliedern öffentlich unterstützt worden.

Bis zuletzt war Umfragen zufolge knapp ein Drittel der Wahlberechtigten unentschlossen. Meinungsforschern zufolge bestimmten die Arbeitslosigkeit, die Wirtschaftsentwicklung und die Glaubwürdigkeit der Politiker die Entscheidung der Wähler. Aber auch die Sicherheit spielte eine große Rolle. Erst am Donnerstag war in Paris bei einem Attentat ein Polizist getötet worden, eine deutsche Touristin war verletzt worden. Noch immer herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand. Seit Anfang 2015 wurden dort mehr als 230 Menschen bei Anschlägen getötet.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/dpa