Wirtschaft
Montag, 02. Juli 2018

Zähe Problemzonen im Süden: Europas Arbeitslosenquote sinkt

Der Wirtschaftsmotor brummt, europaweit suchen Unternehmen nach Fachkräften: In ihrer jüngsten Erhebung kommen EU-Statistiker auf die niedrigste Erwerbslosenquote seit knapp einer Dekade. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt erfasst jedoch längst nicht alle Staaten.

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gefallen. Die Zahl der Erwerbslosen in den bislang noch 28 EU-Staaten sank auf rund 17,2 Millionen, das waren 1,83 Millionen weniger als im Mai des Vorjahres, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte.

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Die europaweite Arbeitslosenquote lag bei 7,0 Prozent - 0,7 Prozentpunkte weniger als im Mai 2017. Damit verzeichneten die EU-Statistiker die niedrigste Arbeitslosenquote seit August 2008, dem Monat vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise.

In der Gruppe der Euro-Staaten lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 8,4 Prozent, das war ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte binnen Jahresfrist. Die Zahl der Erwerbslosen in den Ländern des Währungsgebiets sank seit Mai 2017 binnen Jahresfrist um 1,25 Millionen auf rund 13,66 Millionen Menschen.

Wie es um die Lage der nationalen Arbeitsmärkte in Europa bestellt ist, lässt sich unten stehender Karte entnehmen:

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Bestwerte in Tschechien

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten im Mai zeigen sich den Eurostat-Berechnungen zufolge in Tschechien (2,3 Prozent), Deutschland (3,4 Prozent) und Ungarn (3,7 Prozent). Eurostat weist damit für Deutschland eine deutlich niedrigere Quote aus als die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Abweichung ist schnell erklärt: BA und Eurostat folgen bei der Erfassung der Erwerbslosen schlicht unterschiedlichen Berechnungsmethoden.

Am schwierigsten stellt sich die Lage laut Eurostat nach wie vor in Griechenland dar, wo die Arbeitslosenquote wohl noch immer deutlich im zweistelligen Bereich liegt. Gestützt auf die zuletzt verfügbaren Daten aus dem März rechnen Beobachter hier mit einem Erwerbslosenanteil von 20,1 Prozent. Mit einigem Abstand darauf folgen Spanien (15,8 Prozent) und Italien (10,7 Prozent).

Die Jugendarbeitslosigkeit sank zwar weiter, blieb aber überdurchschnittlich hoch: Im Mai suchten EU-weit noch knapp 3,4 Millionen Menschen unter 25 Jahren nach Arbeit. Dies entsprach einer Quote von 15,1 Prozent. In Deutschland beträgt diese Quote nur 6,1 Prozent - in Griechenland 43,2 Prozent.

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Quelle: n-tv.de