Wirtschaft

VW will Schadenersatz Ex-Audi-Chef Stadler weist Forderung zurück

223018595.jpg

Wie hoch die Summe ist, die Autobauer VW von Stadler verlangt, ist nicht bekannt.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Wegen des Abgasskandals verlangt der VW-Konzern nicht nur Schadenersatz von Ex-Konzernchef Winterkorn, sondern auch vom früheren Audi-Chef Stadler. Zu Unrecht, meint der ehemalige Spitzenmanager und weist die Forderungen zurück.

Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hat sich über seinen Anwalt erstmals zu den Schadenersatz-Ansprüchen des Volkswagen-Konzerns öffentlich geäußert und die gegen ihn erhobenen Forderungen zurückgewiesen. "Wie Herr Stadler bereits in seiner Einlassung vor Gericht dargelegt hat, weist er den gegen ihn erhobenen Vorwurf entschieden zurück und ist überzeugt, korrekt gehandelt zu haben", sagte sein Strafverteidiger Thilo Pfordte der "Augsburger Allgemeinen".

Stadler sei bewusst, dass der Aufsichtsrat der Volkswagen AG aktienrechtlich verpflichtet sei, mögliche Ansprüche zu prüfen und gegebenenfalls geltend zu machen, erklärte sein Anwalt. "Nach dieser umfangreichen, unabhängigen Prüfung wird ihm nicht vorgeworfen, vorsätzlich gehandelt zu haben", sagte Pfordte.

Der VW-Konzern verlangt von Stadler und dem früheren Konzernchef Martin Winterkorn Schadenersatz im Zusammenhang mit dem Dieselskandal in noch nicht bekannter Höhe. Bei Winterkorn soll sich die Summe auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen, wie der Rechercheverbund aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung kürzlich berichtete. Der Aufsichtsrat wirft den beiden Ex-Spitzenmanagern Verletzungen der aktienrechtlichen Sorgfaltspflicht vor.

Skandal kostet VW bisher 32 Milliarden Euro

VW St.
VW St. 263,60

Stadler muss sich seit September 2020 wegen einer möglichen Mitverantwortung beim Abgasskandal wegen Betrugs vor dem Münchner Landgericht verantworten. Neben Stadler, der bis 2018 insgesamt zwölf Jahre an der Spitze von Audi stand, sind dort auch der ehemalige Audi-Motorenchef und Porsche-Technikvorstand Wolfgang Hatz und zwei Ingenieure angeklagt.

Dem früheren Spitzenmanager Stadler wird vorgeworfen, nach Aufdeckung der Manipulationen durch die US-Umweltbehörde im September 2015 die Produktion und den Verkauf von Autos mit der Betrugssoftware nicht gestoppt zu haben. Über 120.000 Fahrzeuge mit überhöhtem Stickstoff-Ausstoß seien so noch auf die Straße gekommen. Den Käufern sei damit ein Schaden von 28 Millionen Euro entstanden. Insgesamt umfasst der Abgasskandal elf Millionen manipulierte Autos, was den VW-Konzern bisher rund 32 Milliarden Euro gekostet hat.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.