Wirtschaft

Historisch niedrige Preise FDP fordert zusätzliche Ölreserven

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Die Ölpreise fallen, auch wenn manche Industrieländer langsam ihren Lockdown beenden.

(Foto: dpa)

Zwar hat sich der Ölmarkt ein wenig erholt, doch die Lage ist nach wie vor angespannt. Zum Wochenbeginn fallen erneut die Preise für Rohöl. Die FDP fordert nun, Deutschland solle eine Zusatzreserve an Öl anschaffen. Schließlich sei dieses "selten so billig wie derzeit".

Aus der FDP kommt der Vorschlag, dass sich Deutschland angesichts des Preisverfalls auf den Märkten günstig mit Ölvorräten eindecken soll. Der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Noch selten war Öl so billig wie derzeit. An einzelnen Tagen war der Ölpreis sogar negativ, man bekam für die Abnahme von Öl also sogar noch Geld bezahlt. Da Deutschland hochgradig von Ölimporten abhängig ist, wäre es jetzt klug und vorausschauend, sich günstig mit Ölvorräten einzudecken."

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 73,60

Die Bundesregierung solle daher nun eine Zusatzreserve von 10 Millionen Tonnen Rohöl anschaffen. "Wer weiß, wann so eine Gelegenheit wiederkommt? Es wäre jedenfalls unnötig und ärgerlich, wenn wir in einem oder zwei Jahren als Konsequenz aus der Corona-Krise beschließen würden, dass wir unsere Notvorräte aufstocken, und dann das Öl wieder zu den bisher üblichen höheren Preisen ankaufen müssten." Derzeit würden rund 24 Millionen Tonnen Vorräte gehalten, geregelt sei dies im Erdölbevorratungsgesetz.

Die Ölpreise hatten sich am vergangenen Freitag am Ende einer für den Rohölmarkt historischen Woche wieder stabilisiert, liegen aber weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Zuvor war der Preis für einen Terminkontrakt auf Erdöl erstmals in den negativen Bereich gefallen. Das Ereignis ist Folge eines beispiellosen Nachfrageeinbruchs wegen der Corona-Krise und eines viel zu hohen Rohölangebots bei fehlender Lagerkapazität.

Lager sollen in drei Wochen voll sein

Zum Wochenauftakt gaben die Ölpreise erneut nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 20,84 Dollar. Das waren 60 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für die US-Sorte WTI sank um 1,69 Dollar auf 15,25 Dollar je Barrel. Marktbeobachter verwiesen auf die geringe Nachfrage nach Rohöl in führenden Industriestaaten. Trotz erster Anzeichen für eine Verbesserung der Lage in den am stärksten vom Coronavirus getroffenen europäischen Ländern und der vorsichtigen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen bleibt die Wirtschaft in Europa und vielen anderen Staaten weltweit gehemmt.

Nach Einschätzung von Experten der US-Bank Goldman Sachs könnten die weltweiten Lager für Rohöl innerhalb der nächsten drei Wochen voll sein. Händler, Ölverarbeiter und Infrastruktur-Anbieter versuchen daher auf immer neuen Wegen, Öl zu lagern. "Die Sorge um weltweit wachsende Lagerbestände, besonders in den USA wo die Corona-Pandemie die Benzin-Nachfrage drückt, belasten die Ölpreise weiterhin", sagte Kim Kwangrae, Experte beim Rohstoffhändler Samsung Futures. "Während die Opec begonnen hat, ihre Förderung zurückzufahren, hat sich bei der Nachfrage immer noch nichts verändern. Das wird die Preise weiter nach unten ziehen."

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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