Wirtschaft

"Bitte keine Scheinargumente" FDP verteidigt Aktienrente gegen Reformangst

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"Wir sind reformbereit": FDP-Generalsekretär Wissing.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um den Deutschen Einbußen im Alter zu ersparen, wollen die Ampel-Parteien eine Aktienrente einführen. Sozialpolitiker fürchten, dass internationale Hedgefonds mit solchen Einlagen noch mächtiger werden. FDP-Generalsekretär Wissing warnt vor solchen "Scheinargumenten".

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat den von den Ampelpartnern geplanten Einstieg in eine aktienfinanzierte Altersvorsorge gegen Kritik verteidigt. Ohne die Einführung eines kapitalbildenden Elements in die Rentenversicherung würden die Steuerzuschüsse und die Beiträge immer weiter steigen, sagte Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Ich kann nur alle herzlich bitten, sich nicht mit Scheinargumenten an einer Einbetonierung der Verhältnisse zu beteiligen", fügte er hinzu.

Der Sozialverband VdK hatte Bedenken zu den Plänen der Ampelpartner aus SPD, Grüne und FDP zum Einstieg in eine Kapitaldeckung bei der gesetzlichen Rente geäußert. Internationale Pensionsfonds hätten gezeigt, dass Anlagen nicht unbedingt sozialverträglich seien. Die VdK-Vorsitzende Verena Bentele monierte, die Pensionsfonds investierten "in Hedgefonds, die Arbeitsplätze vernichten, oder in den Berliner Wohnungsmarkt". Zudem seien viele Fragen offen, etwa, wo die zehn Milliarden Euro für den geplanten staatlichen Renten-Kapitalstock herkommen sollten.

"Das kann niemand wollen"

Wissing sagte dazu: "Wir sind reformbereit und haben ein gemeinsames Interesse daran, den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu sichern." Wer ein Leben lang arbeite, müsse von seiner Rente leben können: "Daher muss neben der Umlagefinanzierung ein kapitalbildendes Element in die Rentenversicherung eingeführt werden." Falls nicht, würden die Steuerzuschüsse und die Beiträge immer weiter steigen: "Das kann niemand wollen", fügte er hinzu.

Auch der Rentenexperte des Ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, hatte die Pläne zu einer Kapitaldeckung der Rente kritisiert. Letzten Endes komme eine solche Maßnahme kurzfristig nur den Verkäufern von Aktien zugute, meinte er. Für eine Aktienrente hatte dagegen der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum argumentiert. "Der Vorschlag ist gut und wichtig", sagte Südekum. Nun sollten aber nicht unbedingt Millionen von Menschen individuell versuchen Aktiensparpläne aufzubauen. "Besser wäre eine Bündelung durch einen Staatsfonds, der für die Bürger ein globales Aktienportfolio verwaltet und sich durch Beiträge und in der Anfangsphase auch durch Kredite refinanziert", sagte Südekum, der Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums ist. "Dieses Projekt wäre, trotz Kreditaufnahme, kompatibel mit der Schuldenbremse."

Quelle: ntv.de, mau/rts

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