Wirtschaft

Weitere Topmanager sagen ab Fall Khashoggi überschattet "Wüsten-Davos"

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Jamal Khashoggi beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Archivbild von 2011).

(Foto: dpa)

Das ungeklärte Schicksal des Journalisten Khashoggi wirkt sich auf die Weltwirtschaftskonferenz in Saudi-Arabien aus. Prominente Namen sagen ihre Teilnahme ab. Nun wollen auch JP-Morgan-Chef Dimon und Ford-Verwaltungsratschef Bill Ford das Treffen boykottieren.

Die Liste der Unternehmenschefs, die wegen des Verschwindens des Journalisten Jamal Khashoggi nicht zu einer Wirtschaftskonferenz nach Saudi-Arabien reisen werden, wird länger. Der US-Sender CNBC berichtete, auch der Chef der US-Bank JP Morgan, Jamie Dimon, und Ford-Verwaltungsratspräsident Bill Ford hätten ihre Teilnahme abgesagt. Ein Sprecher der Bank wollte zu den Gründen keine Stellung nehmen.

Von Khashoggi fehlt seit einem Besuch im saudiarabischen Konsulat in Istanbul am 2. Oktober jede Spur. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Regierungskritiker im Konsulat von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad bestreitet dies, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass Khashoggi das Gebäude lebend verließ. Der Fall droht die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien massiv zu belasten.

Siemens-Chef auf der Gästeliste

Vor Dimon und Ford haben bereits der britische Milliardär und Virgin-Gründer Richard Branson und Uber-Chef Dara Khosroshahi ihre Teilnahme an der "Wüsten-Davos" genannten Wirtschaftskonferenz abgesagt.

Von französischer Seite haben die Chefs der Banken BNP Paribas und Société Générale, des Energiekonzerns EDF, des Technologiekonzerns Thales und von AccorHotels ihren Verzicht erklärt. Auch zahlreiche Medien wie die "Financial Times", die "New York Times", der "Economist", Bloomberg und CNN bleiben dem Treffen fern.

Zu ihrer Zusage stehen bislang Siemens-Chef Joe Kaeser und auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Sie hatte gesagt, sie sei "entsetzt" über den Fall Khashoggi, werde aber an der Konferenz teilnehmen. Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin will kommen.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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