Wirtschaft

Erwartungen bestätigt Fed belässt es beim Leitzins nahe null

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Die Entscheidung der Fed dürfte Ökonomen und Börsianer nicht überraschen.

(Foto: REUTERS)

Der Beschluss fiel einstimmig: Die Notenbanker der Federal Reserve setzen ihren bisherigen Kurs fort. Das bedeutet, dass sowohl die Wertpapierkäufe als auch der Leitzins nicht angetastet werden. Analysten rechnen mit einer Abkehr von dieser Praxis erst im kommenden Jahr.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält an ihrer historisch lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins verbleibt wie erwartet auf dem sehr niedrigen Niveau von 0,0 bis 0,25 Prozent. Dies sei angesichts der Lage am Arbeitsmarkt und der langfristig niedrigen Inflationsrate angemessen, erklärte die Zentralbank.

Auch die Wertpapierkäufe in Höhe von rund 120 Milliarden US-Dollar im Monat zur Stützung der Konjunktur werden weitergehen. Solange bis sich bei der Erreichung ihrer Ziele "substanzielle Fortschritte" zeigen, wie die Notenbank in ihrem Kommuniqué bekräftigte. Seit Juni 2020 kauft die Fed monatlich für 80 Milliarden Dollar Staatsanleihen und für 40 Milliarden Dollar Hypothekenanleihen.

Der Beschluss, den Leitzins bei 0,0 bis 0,25 Prozent zu belassen, fiel einstimmig. Ökonomen und Börsianer hatten diese Entscheidungen erwartet. Die Fed geht davon aus, dass die US-Wirtschaft vor einem kräftigen Aufschwung steht, die Normalisierung des Arbeitsmarktes aber noch einige Zeit dauern wird. Die Marktakteure treibt zurzeit vor allem eine Frage um, nämlich wann die Fed mit dem Abschmelzen ("Tapering") ihres Kaufprogramms beginnen wird.

Ökonomen rechnen damit, dass die Inflation aufgrund temporärer Faktoren bis Mitte des Jahres drei Prozent erreichen wird und dann wieder zurückgeht. Von der New Yorker Fed im März befragte Primärhändler erwarteten, dass die Zentralbank im ersten Quartal 2022 mit der Reduzierung der Anleihekäufe beginnt und diese bis Ende nächsten Jahres beendet. Die erste Zinserhöhung würde wahrscheinlich einige Zeit danach erfolgen. Die US-Notenbanker gehen davon aus, dass sie die Zinsen bis 2023 unverändert lassen werden, wie sie selbst prognostizieren.

Arbeitsmarkt von "Pandemie-Verwerfungen" geplagt

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Zugleich sieht die Fed aktuell eine Erholungstendenz bei der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt, die sich in einem Umfeld von Impf-Fortschritten und starker Unterstützung durch Staat und Notenbank vollziehe. Zuletzt meldete sich der von der Corona-Krise arg gebeutelte Jobmarkt mit Macht zurück - im März entstanden 916.000 neue Arbeitsplätze, für den April rechnen Experten mit einem ähnlich hohen Stellenplus. "Auch wenn der US-Arbeitsmarkt in den letzten Wochen aufgrund der rasanten Impffortschritte positiv überrascht hat, ist er aufgrund der massiven Pandemie-Verwerfungen immer noch deutlich von der Vollbeschäftigung entfernt", so Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer ZEW. Für die Fed gebe es daher kurzfristig noch keinen Grund, die Anleihekäufe zurückzufahren.

Doch der Konjunkturmotor dürfte bereits zu Jahresbeginn wieder kräftig auf Touren gekommen sein: Für die am Donnerstag anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal erwarten von Reuters befragte Experten mit einem aufs Jahr hochgerechneten Plus von 6,1 Prozent, nach einem Zuwachs von 4,3 Prozent Ende 2020. "Noch hält die US-Notenbank ihre Hand fern vom Hahn, der den üppigen Liquiditätszufluss für die Wirtschaft und Finanzmärkte drosseln könnte. Doch die Diskussion um ein Tapering wird in den kommenden Wochen intensiver werden", so Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

Quelle: ntv.de, fzö/DJ/dpa/rts

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