Wirtschaft

Leitzins bleibt unverändert Fed deutet Rückfahren der Wertpapierkäufe an

248400701.jpg

Die Federal Reserve Bank hält das Zinsniveau für angemessen, bis die Inflation auf rund zwei Prozent sinkt und Vollbeschäftigung herrscht.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

Die amerikanische Notenbank belässt alles beim Alten, signalisiert aber zaghafte Änderungen. Der Leitzins bleibt gering, es werden weiter Wertpapiere angekauft. Die Fed nennt zwei konkrete Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit die aktuelle Geldpolitik verändert wird.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält an ihrer sehr lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins bleibt weiter in der niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent, wie die Zentralbank mitteilte. Auch die Käufe von Wertpapieren in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar (102 Milliarden Euro) pro Monat durch die Fed werden demnach fortgesetzt. Die Zentralbank signalisierte zugleich, dass die Käufe demnächst zurückgefahren werden könnten.

Der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise beschlossene Ankauf von Wertpapieren soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern. Bereits Ende Juli hatte die Fed mit Blick auf das Anleihenprogramm erklärt, die US-Wirtschaft habe Fortschritte bei Zielen der Vollbeschäftigung und der Inflationsentwicklung erzielt. Dies wurde jetzt bekräftigt. Und die Fed stellte in Aussicht, dass eine Drosselung des Rückkauftempos "bald" gerechtfertigt sein könnte, wenn sich die Entwicklung wie erwartet fortsetze.

Rasantes Wirtschaftswachstum durch Delta-Variante gebremst

"Wir haben noch nicht über das Tempo entschieden", betonte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell. Die Entscheidung könne aber bereits beim kommenden Treffen im November fallen, sagte er. Insgesamt halte man in der Notenbank eine schrittweise Abschmelzung der Käufe für angemessen, die Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden könnte. Er gehe nicht davon aus, dass es eine Zinserhöhung schon vor dem Auslaufen der Wertpapierkäufe geben werde, so Powell weiter. Die Fed kauft derzeit monatlich für rund 80 Milliarden Dollar Staatsanleihen sowie hypothekengesicherte Wertpapiere im Wert von 40 Milliarden Dollar.

Das aktuelle Zinsniveau unterdessen sei angemessen, bis am Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung herrsche und das Inflationsziel von rund zwei Prozent erreicht worden sei, betonte die Fed nach einer Sitzung des zuständigen Geldmarktausschusses. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte jüngst eine leichte Drosselung ihres Programms zum Ankauf von Anleihen angekündigt.

Die Fed hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr abgesenkt. Im Juni war die Zentralbank noch von einem Plus von 7 Prozent ausgegangen, nun erwartet sie ein Wachstum von 5,9 Prozent. Die rasante Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise hatte sich zuletzt wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante etwas verlangsamt. Für 2022 rechnet die Notenbank nun mit einem Wachstum von 3,8 Prozent nach der Juni-Prognose von 3,3 Prozent.

Bei der Inflation erwartet die Fed nun für dieses Jahr 4,2 Prozent statt der Juni-Prognose von 3,4 Prozent. Powell zeigte sich überzeugt, dass es ein vorläufiger Effekt sei - räumte aber zugleich ein, dass die Teuerung vorerst hoch bleiben könnte. Für das kommende Jahr rechnet die Fed nun mit 2,2 Prozent nach einer Prognose von 2,1 Prozent im Juni.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.