Wirtschaft
Fed-Chef Jerome Powell hebt den Leitzins langsam aber stetig an.
Fed-Chef Jerome Powell hebt den Leitzins langsam aber stetig an.(Foto: dpa)
Mittwoch, 26. September 2018

Dritte Steigerung in diesem Jahr: Fed erhöht erneut den Leitzins

Zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht die US-Notenbank den Leitzins. Er liegt nun bei 2,0 bis 2,25 Prozent. So will die Fed weitermachen: Bis Ende kommenden Jahres sind vier weitere Zinsschritte geplant.

Angesichts des Wirtschaftsbooms erhöht die US-Notenbank Fed den Leitzins erneut und will bis Ende 2019 noch vier Mal nachlegen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld stieg um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent, wie die US-Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell mitteilten. Analysten hatten mit dieser Erhöhung gerechnet.

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Es war bereits der dritte Schritt nach oben in diesem Jahr. Wahrscheinlich wird noch ein vierter gegen Jahresende hinzukommen, wie aus dem aktualisierten Zinsausblick hervorgeht. Nächstes Jahr hat die Fed noch drei Anhebungen auf dem Zettel.

Wegen des zusehends strafferen Kurses strich die Notenbank die Formulierung, dass die Geldpolitik die Konjunktur weiterhin anschiebe. Mit den Zinserhöhungen kann die Fed einer Überhitzung der Wirtschaft vorbeugen, die von US-Präsident Donald Trumps radikaler Steuerreform zusätzlich befeuert wird.

"Trump darf sich nicht beschweren"

"Die Notenbank musste jetzt handeln. Denn der heiß gelaufene Jobmarkt mit dem starken Arbeitsplatzaufbau macht eine Straffung derzeit nötig", sagte Ökonom Nathan Sheets vom Vermögensverwalter PGIM. Im Weißen Haus herrscht allerdings eine andere Meinung vor: Der auf möglichst hohe Wachstumsraten fixierte Trump hatte im Sommer die Zinserhöhungen ungewöhnlich offen attackiert.

Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW sieht den von Trump angezettelten Zollkonflikt als einen der Gründe dafür, dass die Notenbank die Zügel strafft: "Der amerikanische Präsident darf sich jetzt nicht über eine Beschleunigung der Zinserhöhungen beschweren. Seine Zollpolitik ist eine der Ursachen für die rasche Gangart der US-Notenbank."

Denn die US-Sonderzölle auf chinesische Importe dürften für zusätzlichen Inflationsdruck sorgen. Seit Anfang Juli haben sich beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt mit Straf- und Vergeltungszöllen überzogen.

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Quelle: n-tv.de