Wirtschaft

Nachhaltig auf Dienstreise Fintech ermöglicht Fliegen mit gutem Gewissen

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Das Berliner Kreditkarten-Fintech mit seinen Gründern Fabian Terner und Malte Rau (v.l.n.r.) bietet seit Mai 2020 Visa-Kreditkarten für Unternehmen mit guter Bonität..

(Foto: pliant)

Mit jeder Flugreise wächst der CO2-Fußabdruck. Gerade bei Geschäftsreisen sind Flüge aber noch oft unverzichtbar. Deswegen bietet das Fintech Pliant eine Kreditkarte, die den CO2-Ausstoß kompensieren soll. Einen TV-Löwen haben die Gründer mit ihrer Idee schon überzeugt.

Flugreisen stellen Menschen mit ökologischem Bewusstsein seit einiger Zeit vor einen Konflikt: Einerseits ist es immer schön, neue Orte auf der Welt zu erkunden, andere Menschen kennenzulernen und von Angesicht zu Angesicht sein Netzwerk zu erweitern. Andererseits wächst der CO2-Fußabdruck mit jeder Flugreise. Das betrifft natürlich auch Geschäftsreisen. Die sind zwar seit der Pandemie seltener geworden, in manchen Situationen aber immer noch unverzichtbar. Eine Antwort lautet: Bahn statt Flugzeug, wo immer es geht.

Um Dienstreise und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, hat das Berliner Fintech Pliant womöglich eine Alternative: eine Firmenkreditkarte, die den CO2-Ausstoß von Geschäftsreisen kompensieren soll. Pliant Earth heißt die im Juli 2021 gelaunchte Funktion.

Das Berliner Kreditkarten-Fintech bietet seit Mai 2020 Visa-Kreditkarten für Unternehmen mit guter Bonität. Kreditkarten, mit denen Firmen etwa Software und Marketingtools zahlen können. Daher will Pliant nicht sein ganzes Businessmodell auf Nachhaltigkeit beschränken, sondern sieht Earth als relevante Zusatzfunktion - auch als Distinktion.

Einstieg in die Nachhaltigkeit

Die Kreditkarte gibt es physisch sowie digital und sie ist unabhängig vom Bankkonto verwendbar. Zudem ist die Kartenakzeptanz maxima, und es bedarf vorab keiner Aufladung. "Wir wollen unsere Kreditkarte so einfach nutzbar machen, wie man es aus dem privaten Bereich kennt", sagt Malte Rau.

Rau ist Geschäftsführer und einer der beiden Gründer von Pliant. Nachdem er bereits in anderen Fintechs gearbeitet hatte, verfolgt Rau heute mit Pliant zwei Missionen, sagt er: "Erstens: Wir wollen eine extrem flexible Kreditkarte bieten, die sich in jedes Setup einfügen kann. Zweitens: Wir wollen Firmen mit ihrer Kreditkarte den Einstieg in die Nachhaltigkeit ermöglichen."

Ein Beispiel: Bucht man einen Inlandsflug von Berlin nach München, hält sich drei Nächte in einem Hotel auf und fährt die Wege mit dem Taxi, ermittelt Pliant für alle Transaktionen den CO2-Ausstoß. Mithilfe des Preises pro Tonne wird das Cashback berechnet, um die Kompensationskosten vollständig zu decken. "Dabei setzen wir auf zertifizierte Projekte, die öffentlich einsehbar sind", sagt Rau.

Siebenstellige Summe von Carsten Maschmeyer

Die Story hinter Pliant: Karten sind das wohl einfachste Zahlungsmittel im privaten Raum, im Geschäftlichen zieht der Prozess jedoch oft einen ganzen Rattenschwanz mit sich. Genau der soll verhindert werden: "Mit Pliant ändern sich die Finanzprozesse im Unternehmen nicht, sondern wir fügen uns in die bestehenden Prozesse ein. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Anbietern", sagt Rau.

In diesem Jahr konnte das Fintech mit seinem Pitch verschiedene Geldgeber gewinnen. Im August investierte TV-Löwe Carsten Maschmeyer eine siebenstellige Summe in Pliant. Dabei gibt es auf dem deutschen Markt nicht gerade wenig Konkurrenz. Etwa das Berliner Fintech Moss, das als Kreditkartenstartup gestartet ist und jetzt eine Plattform für Ausgabenmanagement bietet - auch über Deutschland hinaus. An diesem Punkt ist Pliant noch nicht, bisher fokussieren sich Rau und sein Team auf den deutschen Markt.

"Wenn man geschäftlich reist, dann mit Kreditkarte"

Was macht Pliant also jetzt schon attraktiv? Rau sagt: "Durch unsere Cashbacks sind wir für die Kunden extrem günstig und kosteneffizient." Darüber hinaus biete Pliant nun eine einmalige nachhaltige Option. "Es gibt im Reisesystem Geld für Bonusmeilen, also sollte es auch Geld für Nachhaltigkeit geben", sagt Rau.

Entscheidet sich eine Firma für die Kreditkarte, muss sie durch einen digitalen Registrierungsprozess. Danach ist die virtuelle Karte sofort nutzbar. Das Cashback-System funktioniert wie folgt: Der Händler, der die Karte akzeptiert, zahlt eine Gebühr. Von dieser Gebühr geht ein Teil an das Partnernetzwerk Visa, einer an das Fintech, das wiederum einen Teil an den Kunden weiterreicht.

Bei Pliant Earth ist es das gleiche Spiel, nur dass der Anteil des Kunden die CO2-Kompensation finanziert. Rau gibt sich zuversichtlich, was die Zukunft von Pliant Earth betrifft: "Ich glaube nicht, dass das Reisen so wiederkommt, wie es vor der Pandemie war. Aber wenn man geschäftlich reist, dann mit Kreditkarte."

Der Text erschien zuerst bei Business Punk.

Quelle: ntv.de

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