Wirtschaft

Milliardenbewertung verdreifacht Flugtaxi-Startup Lilium geht an die Börse

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Für den Börsengang setzt Lilium auf die Verschmelzung mit einer bestehenden, leeren Geschäftshülle, eine Spac.

(Foto: picture alliance/dpa/Lilium)

Im weltweiten Rennen um das erste kommerzielle Flugtaxi-Angebot hat Lilium gute Chancen. Doch für die teure Entwicklung braucht das bayerische Startup frisches Geld. Das holt es sich mit einem Börsengang durch die Hintertür an der Technologiebörse Nasdaq.

Der bayerische Flugtaxi-Entwickler Lilium geht durch die Hintertür an die US-Technologiebörse Nasdaq. Geplant sei, mit dem leeren Börsenmantel (Spac) Qell Acquisition zu verschmelzen, teilte Lilium mit. Das fusionierte Unternehmen werde mit rund 3,3 Milliarden Dollar bewertet und damit mehr als dreimal so hoch wie Lilium bei der letzten Finanzierungsrunde. Die Verschmelzung soll noch im zweiten Quartal über die Bühne gehen.

Durch die Fusion mit der vom früheren General-Motors-Manager Barry Engle geführten Mantelgesellschaft fließen dem Unternehmen aus Oberpfaffenhofen bei München nach eigenen Angaben insgesamt rund 830 Millionen Dollar zu. Damit will es Lilium schaffen, 2024 in den kommerziellen Betrieb einzusteigen - und Menschen eine Alternative anzubieten, um Staus zu entfliehen.

Bereits jetzt ist Lilium mehr als eine Milliarde Dollar wert - beteiligt sind unter anderem der chinesische Technologiekonzern Tencent, Baillie Gifford, und der Fonds Atomico von Skype-Gründer Niklas Zennström. Engle wird nach der Fusion mit Qell in den Aufsichtsrat einziehen, in dem unter anderen bereits der frühere Vorstandschef des Flugzeugbauers Airbus, Tom Enders, sitzt.

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Firmen rund um den Globus liefern sich aktuell ein kostspieliges Rennen um das erste Flugtaxi-Angebot. Den beiden deutschen Entwicklern Lilium und Volocopter werden gute Chancen nachgesagt, dabei eine entscheidende Rolle zu spielen, auch wenn es noch einige Zeit dauert und sie erst mit Start des kommerziellen Geschäfts nennenswerte Umsätze erzielen. Kürzlich ist bereits US-Konkurrent Joby, an dem Uber und Toyota beteiligt sind, über die Verschmelzung mit einem Spac an die Wall Street gegangen. Auch von Volocopter berichteten Medien über entsprechende Pläne.

Lilium entwickelt seit fünf Jahren mit inzwischen rund 400 Ingenieuren einen hubschrauberähnlichen Senkrechtstarter, der über einen Elektroantrieb verfügt. Neu ist, dass die Münchner neben ihrem Fünf-Sitzer auch an einer Maschine mit sieben Sitzen arbeiten, die laut Lilium mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern wirtschaftlich am rentabelsten ist und als erstes Modell in die Serienfertigung gehen soll. "Der Sieben-Sitzer Lilium Jet wird die Beförderung grundlegend verändern", sagte Engle und erklärte: "Lilium verfügt über eine einzigartige Technologie."

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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