Wirtschaft

Von Samstag bis Mittwoch GDL kündigt neuen Bahnstreik ab morgen an

Die GDL macht Ernst: Bereits ab morgen stehen wieder viele Züge in Deutschland still. Die Lokführergewerkschaft verkündet einen neuen Streik, der zunächst den Güterverkehr lahmlegen soll. Ab Montag sind dann auch Bahnreisende betroffen.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL einen weiteren Arbeitskampf angekündigt. Es werde ab Samstag bis Mittwochfrüh gestreikt, teilte die GDL mit. Im Personenverkehr beginne der Streik erst am Montag, 23. August, um 2 Uhr. Schon ab Samstag 17 Uhr wird der Güterverkehr bestreikt. Die Arbeitsniederlegungen sollen am Mittwoch um 2 Uhr enden, sagte Gewerkschaftschef Claus Weselsky in Berlin.

Damit ruft die GDL zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit niederzulegen. "Sie streiken für mehr Löhne, für den Schutz ihrer Rente", sagte Weselsky. Die Wut unter den Mitgliedern auf das Management sei groß. Anders als in der vergangenen Woche haben die Fahrgäste dieses Mal mehr Zeit, sich auf den Streik einzustellen.

In der vergangenen Woche hatte die GDL den Fern- und Nahverkehr bei der Deutschen Bahn über zwei Tage bestreikt. Die Deutsche Bahn richtete einen Notfahrplan ein, musste den größten Teil der Fahrten aber streichen. Im Güterverkehr dauerte der Streik noch einige Stunden länger. Auch der erneute Streik dürfte wieder Millionen Fahrgäste treffen, darunter viele Urlaubsreisende. In zehn Bundesländern sind noch Schulferien.

Die GDL kämpft unter anderem für eine bessere Bezahlung und fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. Die Deutsche Bahn hatte der GDL zwar 3,2 Prozent angeboten, die Erhöhung soll demnach jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert.

Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen beider Seiten noch deutlich auseinander. Die GDL hatte die Verhandlungen im Juni abgebrochen. Die Mitglieder hatten daraufhin in einer Urabstimmung für Streiks gestimmt. Am Dienstag demonstrierten Mitglieder der GDL sowie des Deutschen Beamtenbunds (dbb) gemeinsam mit Weselsky vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn für ihre Forderungen.

"Kein verhandelbares Angebot"

Heute Vormittag hatte der DGB-Chef Reiner Hoffmann die GDL noch an den Verhandlungstisch zurückgerufen. "Lösungen werden am Verhandlungstisch erstritten, an den sollte GDL-Chef Claus Weselsky Anfang nächster Woche zurückkehren", sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) dem "Spiegel". Auch die Bahn rief die GDL erneut zu weiteren Verhandlungen auf. Bereits am Donnerstag hatte die Lokführergewerkschaft mit weiteren Streiks gedroht - eine gütliche Lösung scheine "nicht in Sicht". Der Arbeitgeber stelle sich "weiterhin taub", derzeit liege "kein verhandelbares Angebot" vor.

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Eine Rolle in dem Tarifkonflikt spielt auch die Konkurrenz der GDL zur deutlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit der sich die Bahn bereits im vergangenen September auf ein Corona-Tarifpaket geeinigt hatte. Die Bahn wirft der GDL vor, ihr gehe es in dem Tarifstreit darum, in Bereiche vorzudringen, in denen sie bislang kaum Mitglieder hat. Die EVG gehört zum DGB.

DGB-Chef Hoffmann sagte dem "Spiegel", im Zentrum der Auseinandersetzung stünden nicht die Interessen der Bahn-Beschäftigten, sondern die Überlebensfähigkeit der GDL. In den meisten Bereichen der Bahn habe die Gewerkschaft keine oder kaum Mitglieder, hier habe Weselsky "kein Mandat und damit keine Legitimation" für einen Arbeitskampf, sagte er dem Magazin.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP/rts

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